SPD in Baden-Württemberg stürzt auf historisches Tief von 5,5 Prozent ab

Diethelm Weiß
Diethelm Weiß
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Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung von verzweifelten roten Republikanern auf einem demokratischen Spielfeld, mit fetter schwarzer Schrift, die eine ernste Situation betont.Diethelm Weiß

Juso-Wahl nach SPDs Wahlniederlage in Baden-Württemberg - SPD in Baden-Württemberg stürzt auf historisches Tief von 5,5 Prozent ab

SPD in Baden-Württemberg erleidet historisches Wahldesaster mit nur 5,5 Prozent

Die SPD in Baden-Württemberg hat bei der Landtagswahl am 8. März 2026 ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten eingefahren: Mit nur noch 5,5 Prozent der Stimmen stürzte die Partei in eine tiefe Krise. Die vernichtende Niederlage löste sofort Forderungen nach einem radikalen Wandel aus – vor allem aus den Reihen der Jungsozialisten (Jusos), die einen kompletten Neuanfang in Führung und Ausrichtung der Partei fordern.

Der Stimmenanteil der SPD brach von 11 Prozent im Jahr 2021 auf den historischen Tiefstand von 5,5 Prozent ein. Zwar übersprang die Partei knapp die Fünf-Prozent-Hürde und hält damit weiterhin zehn Mandate im Landtag – als einzige demokratische Oppositionskraft. Analysten führen das Debakel auf den erbitterten Zweikampf zwischen Grünen (30,2 Prozent) und CDU (29,7 Prozent) um die Regierungsmacht zurück, der traditionelle SPD-Wähler abzog. Zudem fast verdoppelte die rechtspopulistische AfD ihr Ergebnis auf 18,8 Prozent und drängte die Sozialdemokraten weiter in die Defensive.

Als direkte Reaktion auf die Wahlniederlage kündigte Andreas Stoch, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD, seinen Rücktritt von beiden Ämtern an. Zeitgleich forderten die Jusos unter ihrem Landesvorsitzenden Daniel Krusic dringende Reformen. Krusic kritisierte, die aktuelle Führung sei nicht in der Lage, die Partei aus der Krise zu steuern.

Die Jungsozialisten treiben nun eine Mitgliederbefragung voran, um den nächsten Parteichef oder die nächste Chefin zu bestimmen. "Erneuerung muss von der Basis kommen, aus der Mitte unserer Mitgliedschaft – nicht von oben verordnet werden", betonen sie. Hinter dem Vorstoß steht wachsende Unzufriedenheit mit dem Kurs der Partei und der Wunsch nach frischen Ideen.

Das Wahlergebnis katapultiert die SPD in Baden-Württemberg in ihre schwächste Position seit Bestehen. Mit Stochs Rückzug und der Forderung der Jusos nach einer basisdemokratischen Führungskräftewahl steht die Partei vor einer entscheidenden Phase des Umbruchs. Ob es gelingt, verlorenes Terrain zurückzugewinnen, wird sich in den kommenden Wahlen zeigen.

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