Deutschlands Wärmewende stockt: Nur ein Drittel der Kommunen hat konkrete Pläne

Hans-Jürgen Zirme
Hans-Jürgen Zirme
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Ein mehrstöckiges Wohnhaus mit Balkonen, Geländern, Türen, Fenstern, Treppen, Mülltonnen und Pflanzen, umgeben von üppiger Vegetation, mit einem parkenden Auto davor.Hans-Jürgen Zirme

Deutschlands Wärmewende stockt: Nur ein Drittel der Kommunen hat konkrete Pläne

Deutschland treibt die Reduzierung der Emissionen im Gebäudesektor voran, der derzeit rund 40 Prozent des deutschen CO₂-Ausstoßes verursacht. Eine Kombination aus neuen Gesetzen, digitalen Werkzeugen und quartiersweiter Planung soll den Umstieg auf erneuerbare Wärme beschleunigen. Doch der Fortschritt bleibt ungleichmäßig: Bisher hat erst ein Drittel der Kommunen ihre Wärmewendepläne finalisiert.

Ältere Gebäude in Deutschland verbrauchen oft bis zu fünfmal mehr Energie als Neubauten. Um dies zu ändern, fördert das Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Bundesregierung nun vermehrt Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien, etwa Wärmepumpen, in Wohnhäusern. Diese ersetzen schrittweise fossile Heizkessel – vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Ein quartiersbasierter Ansatz erweist sich als besonders wirksam für großflächige Veränderungen. Der Ausbau und die Modernisierung von Fernwärmenetzen helfen Städten, auf erneuerbare Energiequellen umzusteigen. Serienhafte Sanierungen – inspiriert vom niederländischen Energiesprong-Modell – beschleunigen zudem energetische Modernisierungen, indem sie Standardlösungen für Renovierungen bieten.

Auch digitale Tools leisten einen Beitrag, indem sie den Energieverbrauch in Gebäuden effizienter gestalten. Dennoch bleibt die kommunale Wärmeplanung lückenhaft. Während Städte wie Gütersloh, Emmendingen und Koblenz vorpreschen – mit Wärmepumpen-Empfehlungsquoten von bis zu 86 Prozent –, arbeiten andere, darunter Essen und Wiesbaden, noch an ihren Konzepten. Stichtag für die Vorlage der Wärmepläne aller Kommunen ist der 30. Juni 2026.

Fachleute betonen, dass eine vollständige Wärmewende entscheidend ist, um Deutschlands Klimaneutralitätsziel bis 2045 zu erreichen. Ohne schnellere Fortschritte droht das Land, seine Ziele zu verfehlen.

Der Umstieg auf erneuerbare Wärme hat begonnen, doch es gibt weiterhin Hürden. Da erst 36 Prozent der Kommunen ihre Wärmepläne abgeschlossen haben, muss das Tempo erhöht werden, um die gesetzlichen Fristen einzuhalten. Der Erfolg hängt davon ab, die Fernwärme auszubauen, ältere Gebäude zu sanieren und selbst kleinere Gemeinden zu effizienten, klimafreundlichen Lösungen zu bewegen.

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