Wie Anke Engelkes Bahn-Serie Boah, Bahn! zum PR-Desaster der Deutschen Bahn wurde

Diethelm Weiß
Diethelm Weiß
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Ein Schwarz-Weiß-Cartoon von einer Gruppe von Menschen, die vor einem Zug stehen und nach oben schauen, mit dem Text "humoristische Listen 18" auf einem Blatt Papier.Diethelm Weiß

Wie Anke Engelkes Bahn-Serie Boah, Bahn! zum PR-Desaster der Deutschen Bahn wurde

Im Oktober 2025 startete die Deutsche Bahn gemeinsam mit der Schauspielerin Anke Engelke die humorvolle Webserie Boah, Bahn! Die zehnteilige Produktion präsentierte Engelke in der Rolle der Tina, einer fiktiven Zugchefinnen, und sollte den Arbeitsalltag von Bahnmitarbeitenden näherbringen. Doch die Kampagne geriet schnell wegen ihres Timings und der Kosten in die Kritik.

Engelke, bekannt für ihre Neugier auf verschiedene Berufe, hatte sich intensiv auf die Rolle vorbereitet – sie absolvierte sogar eine Ausbildung zur Zugbegleiterin und arbeitete in der Logistik. Die passionierte Bahnreisende berichtete immer wieder von positiven Erlebnissen an Bord, etwa von kleinen Gesten der Höflichkeit unter Fahrgästen.

Die Idee zur Serie stammte von Engelke selbst, die damit an die Deutsche Bahn herantrat. Vor den Dreharbeiten erhielt sie ein Coaching, um sich auf schwierige Situationen wie den Umgang mit renitenten Fahrgästen vorzubereiten. Ihr Engagement ging über die Schauspielerei hinaus: Sie arbeitete in verschiedenen Bahnberufen mit, um den Job besser zu verstehen.

Doch der Start von Boah, Bahn! verlief holprig. Die Öffentlichkeit kritisierte die hohen Produktionskosten – besonders brisant, nachdem Anfang 2026 ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz getötet worden war. Kritiker warfen der fröhlichen Kampagne vor, angesichts anhaltender Sicherheitsbedenken taktlos zu wirken. Politiker wie die SPD-Abgeordnete Svenja Fiedler nannten das Projekt einen Skandal, während EVG-Gewerkschaftschef Klaus-Dieter Burkert fragte, warum das Geld nicht in Personalräume oder Bodycams investiert worden sei.

Intern verteidigte Vorstandsmitglied Michael Peterson die Serie als "humorvolle Liebeserklärung" an die Belegschaft. Doch bereits im Februar 2026 setzte die Bahn die Kampagne aus und räumte ein, sie passe "nicht in die Zeit". Marketingexperten werteten sie später als strategischen Fehler – vor allem wegen des ungünstigen Timings.

Nach nur wenigen Monaten stellte die Deutsche Bahn die Webserie ein. Die Entscheidung fiel in eine Phase, in der Sicherheitsdebatten und Budgetstreitigkeiten den ursprünglichen Zweck – die Wertschätzung für Bahnmitarbeitenden – überlagerten. Engelkes Engagement unterstrich zwar ihr Interesse an praktischen Berufen, doch das Projekt bleibt vor allem mit der Kontroverse verbunden, die es auslöste.

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