Von Amerikaner zu Grönländer: Wie eine Bäckerei in Lüneburg eine hitzige Debatte lostrat

Hans-Jürgen Zirme
Hans-Jürgen Zirme
2 Min.
Eine alte Visitenkarte mit einer Zeichnung eines Bäckers und einem Text, der eine Brot- und Keksbäckerei beschreibt.Hans-Jürgen Zirme

Lüneburger Bäckerei-Idee: "Grönländer" statt "Amerikaner" - Von Amerikaner zu Grönländer: Wie eine Bäckerei in Lüneburg eine hitzige Debatte lostrat

Eine Bäckerei in Lüneburg hat mit der Umbenennung ihrer beliebten zuckerglasierten Teilchen von Amerikaner in Grönländer eine Debatte ausgelöst. Die im frühen Jahr 2026 eingeführte Änderung sollte eine politische Aussage sein – doch sie stieß in Dänemark und Grönland auf scharfe Kritik. Währenddessen haben die Kunden vor Ort den neuen Namen angenommen und der Bäckerei sogar zu steigenden Umsätzen verholfen.

Die traditionell als Amerikaner bekannten Gebäckstücke wurden von der De Heidbäcker GmbH umbenannt, nachdem das Unternehmen den alten Namen als nicht mehr zeitgemäß empfand. Geschäftsführer Jannik Harms bezeichnete den Schritt als locker und rief dazu auf, die Sache mit Humor zu nehmen. Trotz der Umbenennung erhalten Kunden, die an der Theke einen Amerikaner bestellen, weiterhin dasselbe Gebäck – nur dass auf der Rechnung nun Grönländer steht.

Die Entscheidung sorgte schnell für bundesweites Aufsehen, wobei die Reaktionen von Zustimmung bis hin zu Empörung reichten. Selbst ein Kunde aus Prag lobte die Änderung, während Einheimische in Lüneburg sie als Zeichen europäischer Solidarität deuteten. Die dänische Regierung und Öffentlichkeit verurteilten die Umbenennung jedoch als kulturelle Aneignung. Außenminister Lars Løkke Rasmussen nannte sie taktlos, und in sozialen Medien wurde der Bäckerei Rassismus sowie die kommerzielle Ausbeutung grönländischer Identität vorgeworfen.

Die Teilchen bleiben noch einige Wochen im Sortiment, bevor sie bis zum Herbst verschwinden – dann kehren sie unter dem neuen Namen zurück. Seit Beginn der Kontroverse verzeichnet die Bäckerei steigende Verkaufszahlen und betrachtet die Aufmerksamkeit als wertvolle Publicity. Die Herkunft des Namens Amerikaner bleibt unklar; Theorien führen ihn auf ein Triebmittel oder sogar auf die Form eines Soldatenhelms zurück.

Die Umbenennung spaltet die Meinungen: Während dänische Politiker und Online-Kritiker die Entscheidung scharf verurteilen, fällt die Resonanz in Lüneburg überwiegend positiv aus – und das Geschäft profitiert von der Aufmerksamkeit. Im Herbst werden die Teilchen unter ihrem neuen Namen zurückkehren und die Debatte damit weiter anheizen.

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