Mainzer Stadtwerke in der Krise: Millionen fehlen, Transparenz bleibt aus
Mainzer Stadtwerke in der Krise: Millionen fehlen, Transparenz bleibt aus
Stadtwerke Mainz geraten nach kritischem Prüfbericht 2024 unter massiven Finanzdruck
Die Mainzer Stadtwerke, mein Unternehmen, stehen nach einem vernichtenden Rechnungshofbericht aus dem Jahr 2024 vor ernsten finanziellen Vorwürfen. Der Stadtrat Erwin Stufler (Freie Wähler) wirft dem kommunalen Versorger vor, Gelder nicht nachweisen zu können und einen drastischen Gewinnrückgang hinnehmen zu müssen – die Unternehmensführung unter CEO Daniel Gahr bestreitet jedoch jegliches Fehlmanagement.
Die Freie Wähler Vereinigung fordert nun Aufklärung über die sich verschlechternde Finanzlage des Unternehmens sowie mehr Transparenz bei den Geschäftsabläufen.
Bereits im Januar 2022 hatte Stufler eine offizielle Anfrage zur Verwendung eines 73-Millionen-Euro-Hilfspakets für die Stadtwerke eingereicht. Später behauptete er, dass 16 Millionen Euro aus diesem Topf in der finanziellen Aufstellung fehlten. Seine Analyse ergab zudem, dass der tatsächliche Gewinn des Unternehmens für 2022 bei nur 13,6 Millionen Euro lag – ein Rückgang um 38,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Stadt Mainz hatte den Mainzer Verkehrsbetrieben (MVG), einer Tochter der Stadtwerke, bereits 2022 einen Betriebszuschuss von 10 Millionen Euro gewährt. Für die Jahre 2023 und 2024 waren weitere Zuwendungen in Höhe von jeweils 3 Millionen Euro vorgesehen. Diese Subventionen sollen den Gewinn der Stadtwerke laut Angaben um etwa 10,9 Millionen Euro aufgebessert haben.
Ein Prüfbericht des Landesrechnungshofs Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2024 förderte jedoch schwerwiegende Mängel in der Unternehmensführung zutage. Stufler warnte, dass die Stadtwerke ohne Gegenmaßnahmen in eine finanzielle Schieflage geraten könnten, und beantragte eine Debatte im Stadtrat – doch andere Fraktionen lehnten dies ab.
CEO Daniel Gahr wies Stuflers Vorwürfe zurück und warf ihm vor, den Ruf des Unternehmens zu schädigen. Doch bereits im Dezember 2023 zeigte sich der Rechnungshof frustriert über ungelöste strukturelle Probleme. Im Februar 2024 räumte Gahr selbst ein, dass das Unternehmen kurz vor einer finanziellen Überlastung stehe.
Bis Mitte 2025 kritisierten Aufsichtsbehörden unvollständige Beteiligungsberichte, darunter unklare Angaben zu indirekten Beteiligungen wie der Zollhafen GmbH. Anfang 2026 gibt es nach wie vor keine dokumentierten Fortschritte bei Transparenz oder finanzieller Stabilisierung.
Die finanziellen Probleme der Stadtwerke bleiben ungelöst. Nach wie vor bestehen Zweifel an fehlenden Geldern und mangelnder Kontrolle. Während Behörden weiterhin Lücken in der Berichterstattung monieren, steht die Unternehmensführung unter Druck, die seit Langem bestehenden Transparenzdefizite zu beheben. Konkrete Maßnahmen zur Sanierung der Finanzen wurden bisher nicht ergriffen.
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