Unternehmenssoftware-Anbieter kämpft mit Wachstum und Aktienkurs im freien Fall
Hans-Jürgen ZirmeUnternehmenssoftware-Anbieter kämpft mit Wachstum und Aktienkurs im freien Fall
Ein großer Anbieter von Unternehmenssoftware hat gemischte Finanzzahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Zwar verzeichnete das Kerngeschäft ein kräftiges Wachstum, doch Herausforderungen in anderen Bereichen und ein deutlicher Kurssturz der Aktie haben Sorgen ausgelöst. Das Unternehmen setzt nun auf Innovation und Kostensenkung, um eine schwierige Marktphase zu meistern.
Der Unternehmensbereich entwickelte sich positiv: Die wiederkehrenden Jahreserträge (Annual Recurring Revenue, ARR) stiegen um 11 % auf 241 Millionen Euro. Ein Rekorddeal in den USA trieb das Gesamtwachstum im Unternehmenssegment um 19 % nach oben. Allerdings gingen die Umsätze mit kleineren Unternehmen leicht zurück – ein Zeichen für die nachlassende Nachfrage in diesem Sektor.
Die Aktie des Unternehmens litt unter der Entwicklung und verlor innerhalb eines Jahres fast 65 % ihres Werts. Erst kürzlich erreichte sie mit 4,48 Euro ein 52-Wochen-Tief, während die Markttrends insgesamt uneinheitlich ausfielen: Der SDAX-ETF legte 27,75 % zu, der MDAX-ETF hingegen verlor 6,90 %.
Betriebliche Probleme belasteten die Ergebnisse zusätzlich. Die 2024 erfolgte Übernahme des britischen Softwareunternehmens 1E verzögert sich, da Personalabgänge und Integrationsschwierigkeiten Anfang 2026 zu einem Kundenverlust in Höhe von 8 Millionen Euro führten. Gleichzeitig stieg die Abwanderungsrate (Churn Rate) im letzten Quartal auf 16,4 % – ein Wert, der aufgrund jüngster Preisanpassungen voraussichtlich bis Mitte 2026 hoch bleiben wird.
Für die Zukunft prognostiziert das Unternehmen ein moderates Wachstum. Die um Währungseffekte bereinigten Umsätze sollen 2026 um lediglich 0 % bis 3 % steigen, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 43 %. Investoren werden drei Termine besonders im Blick haben: den Jahresfinanzbericht im März 2026, die Quartalszahlen für Q1 im Mai sowie die Hauptversammlung im Juni.
Trotz der Herausforderungen treibt das Unternehmen die Entwicklung neuer Produkte voran. Dazu zählen tiefere Integrationen mit Microsoft Intune sowie eine Partnerschaft mit Cybus, um Augmented-Reality-Tools in Fabrikumgebungen einzuführen.
Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf die Stabilisierung der Geschäftsabläufe und die Umsetzung der Innovationspläne. Angesichts der schwachen Aktienperformance und der zögerlichen Fortschritte bei jüngsten Übernahmen hängt die Erreichung der Wachstumsziele davon ab, die Kundenbindung zu verbessern und neue Technologien erfolgreich einzuführen. Die Markt Reaktionen werden voraussichtlich von den Updates im ersten Halbjahr 2026 abhängen.