17 March 2026, 02:12

UniCredit überrumpelt Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – DAX dreht ins Plus

Präsident Biden an einem Rednerpult mit einem Plakat, das ein Logo und Text über Maßnahmen zur Reduzierung von Öl- und Gaspreisen zeigt.

UniCredit überrumpelt Commerzbank mit 35-Milliarden-Offerte – DAX dreht ins Plus

Der deutsche DAX gab am Montag zunächst nach und rutschte in den roten Bereich, da steigende Ölpreise den frühen Handel belasteten. Doch die Stimmung drehte abrupt, nachdem die UniCredit ein Übernahmeangebot über 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorlegte. Die überraschende Offerte trieb die Commerzbank-Aktie um fast 10 Prozent nach oben und bescherte dem DAX bis Handelsschluss ein Plus von 0,53 Prozent.

UniCredits Angebot bewertet jede Commerzbank-Aktie mit 30,80 Euro – ein Aufschlag von 4 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die italienische Bank schlug ein Umtauschverhältnis von 0,485 neuen UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Aktie vor. Ein formelles Angebot wird im Mai erwartet, doch bereits jetzt formiert sich Widerstand.

Die Bundesregierung und die Gewerkschaft Verdi lehnen den Deal vehement ab. Ihre Bedenken gelten möglichen Stellenstreichungen und den Folgen für den Geschäftsbetrieb der Commerzbank. UniCredit-Chef Andrea Orcel hält bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile und setzt die Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp offenbar unter Zugzwang, um Verhandlungen zu erzwingen.

Noch vor dem Übernahmeangebot hatte die Commerzbank deutlich an Marktwert gewonnen: Innerhalb eines Jahres stieg die Bewertung von rund 20 auf etwa 38 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren eine um 18 Prozent erhöhte Prognose für den operativen Gewinn 2025 auf Rekordhöhe von 4,5 Milliarden Euro, eine Dividende von 1,10 Euro pro Aktie sowie ein Aktienrückkaufprogramm über 524 Millionen Euro. Allerdings hatte eine zurückhaltende Gewinnprognose für 2026 – mit über 3,2 Milliarden Euro unter den Analystenerwartungen von 3,4 Milliarden – den Aktienkurs zuletzt auf rund 30 Euro gedrückt.

Der DAX notiert aktuell bei 23.574 Punkten, 0,53 Prozent im Plus, bleibt aber 4,5 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 24.698 Zählern. Experten warnen, dass ein Fall unter die Marke von 22.900 Punkten weitere Verkäufe auslösen könnte. Für eine nachhaltige Erholung müsste der Index dagegen die 24.000-Punkte-Schwelle zurückerobern.

Das Übernahmeangebot hat sowohl die Commerzbank-Aktie als auch den gesamten DAX in Turbulenzen gestürzt. Anleger beobachten nun gespannt, ob die Unterstützung bei 22.900 Punkten hält oder ob UniCredits Angebot trotz politischer und gewerkschaftlicher Gegenwehr an Fahrt gewinnt. Die weitere Entwicklung wird voraussichtlich die Marktstimmung in den kommenden Wochen prägen.

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