02 April 2026, 10:13

Spätaussiedler in Friedland 2025: Nur noch 4.238 Ankömmlinge registriert

Alter Umschlag mit einem deutschen Stempel von 1909, frankiert "Österreich - Deutschland - Cover nach Deutschland - 7. August 1909".

Spätaussiedler in Friedland 2025: Nur noch 4.238 Ankömmlinge registriert

Durchgangslager Friedland verzeichnet 2025 nur noch 4.238 Spätaussiedler – ein deutlicher Rückgang

Das Durchgangslager Friedland in Niedersachsen, die einzige zentrale Aufnahmeeinrichtung für Spätaussiedler in Deutschland, registrierte im Jahr 2025 nur noch 4.238 Menschen – ein starker Rückgang im Vergleich zu den vorherigen Jahrzehnten. Die Einrichtung dient zugleich als Ausgangspunkt für Integrationsprogramme. Seit den frühen 2000er-Jahren gehen die Zahlen kontinuierlich zurück: Noch zu Beginn des Jahrtausends wurden allein aus Kasachstan jährlich über 38.000 Spätaussiedler erfasst.

In den 1990er-Jahren und frühen 2000er-Jahren kamen jährlich Zehntausende Spätaussiedler aus Kasachstan und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion nach Deutschland. Viele von ihnen verließen ihre Heimat während der großen Migrationsbewegungen nach dem Zusammenbruch der UdSSR. Ab den frühen 2000er-Jahren führten strengere Integrationsauflagen und die Einführung eines Kontingentflüchtlingssystems im Jahr 2005 zu einer Begrenzung der jährlichen Aufnahmen auf etwa 100.000 Personen – eine Zahl, die sich später weiter verringerte.

Mehrere Gründe für den Rückgang

Der anhaltende Rückgang hat verschiedene Ursachen. Zum einen altert die Gruppe der Berechtigten, zum anderen haben frühere Migrationswellen den Kreis der potenziellen Antragsteller bereits stark reduziert. Hinzu kommen Integrationshürden wie die fehlende Anerkennung beruflicher Abschlüsse und finanzielle Schwierigkeiten, insbesondere bei älteren Zugewanderten. Zudem findet die Erinnerungskultur in Deutschland an die Erfahrungen der Spätaussiedler bisher kaum Beachtung.

2025 wurden in Friedland 1.079 Menschen aus Kasachstan registriert – ein Bruchteil der über 38.000, die noch um die Jahrtausendwende kamen. Weitere Herkunftsländer waren Russland (2.562), die Ukraine (381) und Kirgisistan (80). Im selben Jahr prüften die Behörden 6.209 Anträge auf Anerkennung als Spätaussiedler, von denen jedoch nur 3.700 bewilligt wurden.

Demografischer Wandel und politische Weichenstellungen

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Der Rückgang der Spätaussiedlerzahlen spiegelt sowohl demografische Entwicklungen als auch politische Entscheidungen wider. Friedland bleibt weiterhin Anlaufstelle für Neuankömmlinge und bietet Sprachkurse sowie Orientierungsprogramme an. Angesichts der schrumpfenden Zahl berechtigter Antragsteller wird jedoch erwartet, dass die jährlichen Registrierungen auf absehbare Zeit deutlich unter den Werten früherer Jahrzehnte bleiben.

Quelle