Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Sachsen-Anhalt: Weniger Pendler, aber Abwanderung bleibt hoch
Sachsen-Anhalt verzeichnet seit Jahren einen stetigen Anstieg der über die Landesgrenzen hinweg pendelnden Arbeitnehmer. Bis Juni 2025 fuhren täglich fast 150.000 Einwohner in andere Bundesländer zur Arbeit. Wirtschaftliche Verschiebungen, eine alternde Bevölkerung und niedrigere Löhne im Vergleich zu westdeutschen Regionen treiben diesen Trend voran.
Doch die aktuellen Zahlen zeigen einen leichten Rückgang sowohl bei den Pendlerströmen in das als auch aus dem Land.
Demografischer und wirtschaftlicher Druck hat immer mehr Beschäftigte dazu veranlasst, außerhalb Sachsen-Anhalts nach Arbeit zu suchen. Zwischen 2020 und 2025 wirkten sich Faktoren wie eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung, der Wegzug junger Fachkräfte, sinkende Geburtenraten und geringere Löhne als in Ländern wie Bayern oder Hessen aus. Strukturwandel in Schlüsselbranchen – etwa bei Zulieferern der Automobilindustrie, der Chemie und der Logistik – spielten ebenfalls eine Rolle. Der Pandemie-bedingte Homeoffice-Boom milderte das Pendeln zeitweise ab, kehrte den Gesamttrend jedoch nicht um.
Bis Mitte 2025 arbeiteten rund 148.000 Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt in anderen Bundesländern – etwa 600 weniger als im Vorjahr. Die meisten von ihnen pendelten nach Sachsen, Niedersachsen oder Thüringen. Der Großteil bestand aus qualifizierten Fachkräften: 83.300 spezialisierte Facharbeiter, 43.900 Experten und 21.700 Assistenzkräfte. Die häufigsten Branchen der ausgehenden Pendler waren die verarbeitende Industrie, der Einzelhandel, Kfz-Reparaturen, Logistik und das Baugewerbe.
Gleichzeitig sank auch die Zahl der Einpendler nach Sachsen-Anhalt. Rund 75.700 Arbeitnehmer aus anderen Bundesländern waren dort beschäftigt – ein leichter Rückgang gegenüber den Vorjahren. Die meisten kamen aus Sachsen, gefolgt von Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Etwa 5.400 Pendler reisten aus dem Ausland an. Auch das grenzüberschreitende Pendeln ging leicht zurück.
Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, führte den Rückgang auf eine verlangsamte Arbeitsmarktentwicklung in der Region zurück. Trotz des aktuellen Rückgangs pendelt jedoch weiterhin fast jeder fünfte Erwerbstätige aus Sachsen-Anhalt in ein anderes Bundesland.
Die jüngsten Daten zeigen zwar eine leichte Abnahme der Pendlerbewegungen in beide Richtungen. Dennoch bleibt die Zahl derer, die das Land verlassen, um anderswo zu arbeiten, hoch – ein Zeichen für die anhaltenden wirtschaftlichen und demografischen Herausforderungen. Qualifizierte Fachkräfte dominieren weiterhin die Abwanderung, während die Zuwanderung von Pendlern bescheiden bleibt.