Ein Leben auf Schienen: Wie ein Zugbegleiter ohne Wohnung glücklich wird
Diethelm WeißEin Leben auf Schienen: Wie ein Zugbegleiter ohne Wohnung glücklich wird
Lasse Stolley hat die letzten drei Jahre auf Deutschlands Zügen verbracht. Mittlerweile arbeitet er als Vollzeit-Triebwagenführer bei TRI Train Rental, schläft in Erste-Klasse-Abteilen und wäscht seine Kleidung in den Waschbecken der Deutsche-Bahn-Lounges. Sein nomadisches Leben erstreckt sich von Berlin bis Istanbul – sein Job bringt ihn fast täglich in eine neue Stadt.
Sein Alltag ist alles andere als gewöhnlich. Stolley besitzt eine BahnCard 100, die ihm täglich bis zu 1.000 Kilometer Fahrten ermöglicht. Sein Arbeitgeber übernimmt die Hälfte der Kosten für den Fahrpass, sodass das ständige Unterwegssein bezahlbar bleibt. Nachts schläft er in einem Erste-Klasse-Abteil der ICE-Züge, während sein gesamter Besitz in einem einzigen Rucksack verstaut ist.
Seine Reisen führten ihn bis nach Transnistrien und Istanbul. Unterwegs lernte er sogar seine Freundin in einer Deutsche-Bahn-Lounge kennen. Trotz eines Bruttogehalts von knapp 3.400 Euro pro Monat verzichtet er auf eine klassische Wohnung. Stattdessen lebt er weiter zwischen den Städten, wäscht seine Wäsche per Hand in den Lounge-Waschbecken und hat sich ein Leben auf Schienen eingerichtet.
Sein Beruf hält ihn in ständiger Bewegung durch Deutschland – ohne festen Wohnsitz. Dank BahnCard 100 und Erste-Klasse-Übernachtungen kann er einen Lebensstil pflegen, den die meisten ungewöhnlich fänden. Fürs Erste bleiben die Züge sein Arbeitsplatz und sein Zuhause.






