20 April 2026, 16:15

Deutschland plant Milliarden-Deal mit Sefe-Privatisierung und drohende Gaskrise in Moldau

Eine Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil von Russlands Erdgasimporten in Europa zeigt, mit Text, der die Investitionsprozentsätze angibt.

Deutschland plant Milliarden-Deal mit Sefe-Privatisierung und drohende Gaskrise in Moldau

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe, der ehemaligen Gazprom-Tochter Gazprom Germania, weiter voran. Die Bundesregierung strebt durch eine Kapitalerhöhung einen Erlös von 1,5 bis 2 Milliarden Euro an. Unterdessen droht Moldau wegen eines unbeglichenen Schuldenstreits Lieferkürzungen bei russischem Gas durch Gazprom.

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Die USA haben zudem eine vorübergehende Ausnahme von Sanktionen für ein serbisches Ölunternehmen mit russischen Besitzverflechtungen verlängert.

Bei der Privatisierung von Sefe plant Deutschland eine Kapitalerhöhung, mit der 1,5 bis 2 Milliarden Euro eingeworben werden sollen. Die Europäische Kommission verlangt von Berlin, seinen Anteil am Unternehmen bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent zu reduzieren. Mit dem Sefe-Vorstandsvorsitzenden werden derzeit die Modalitäten des Prozesses erörtert, darunter mögliche Beschränkungen für Käufer.

Die Regierung prüft zudem eine Fusion zwischen Sefe und Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur, um den Unternehmenswert zu steigern. Nach der ersten Kapitalmaßnahme könnten weitere Anteilsveräußerungen folgen, etwa durch einen Aktienverkauf oder Börsengang. Sefe hat deutlich gemacht, dass es seine Kerngeschäftsbereiche nicht für separate Verkäufe aufspalten wird.

In Osteuropa erwägt Moldau unterdessen die Verstaatlichung seines Gasversorgers Moldovagaz, nachdem sich der Konflikt mit Gazprom zugespitzt hat. Der russische Energieriese droht, die Gaslieferungen an Moldau ab dem 1. Januar 2023 einzustellen, und beruft sich dabei auf ausstehende Zahlungen. Der Streit belastet die Energiesicherheit des Landes zusätzlich.

In einem anderen Zusammenhang haben die USA eine letzte einmonatige Sanktionenausnahme für die Naftna Industrija Srbije (NIS) erteilt, ein serbisches Ölunternehmen, das mehrheitlich in russischem Besitz steht. Die Verlängerung schafft vorerst Atemraum angesichts der umfassenderen Sanktionen gegen russische Energieinteressen.

Die Privatisierung von Sefe wird die deutsche Energielandschaft neu gestalten, mit möglichen Fusionen und Anteilsverkäufen in Aussicht. Der Gasstreit zwischen Moldau und Gazprom birgt das Risiko von Lieferengpässen, während die US-Ausnahme für NIS nur kurzfristige Entlastung bringt. Die Entwicklungen spiegeln die anhaltenden Verschiebungen in Europas Energie- und Sanktionenpolitik wider.

Quelle