17 March 2026, 00:15

Deutsche Bank investiert 150 Millionen Dollar in Afrikas Handelsfinanzierungskrise

Alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und der Aufschrift "Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Berlin".

Deutsche Bank investiert 150 Millionen Dollar in Afrikas Handelsfinanzierungskrise

Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative gegen Handelsfinanzierungsengpässe in Afrika

Die Deutsche Bank hat ein 150 Millionen US-Dollar schweres Programm aufgelegt, um die chronische Unterversorgung mit Handelsfinanzierungen in Afrika zu bekämpfen. Die Initiative, die in Zusammenarbeit mit der British International Investment (BII) entwickelt wurde, markiert die erste offizielle Partnerschaft zwischen den beiden Institutionen. Sie kommt zu einer Zeit, in der viele globale Banken ihr Engagement in der Region aufgrund steigender Risiken und sinkender Gewinne zurückfahren.

Das neue Risikoteilungsmodell konzentriert sich auf unterversorgte afrikanische Märkte, darunter Sambia, Äthiopien und Ruanda. Laut der Vereinbarung übernimmt die BII eine finanzielle Absicherung für lokale Partner der Deutschen Bank, um deren Exposition gegenüber Währungsrisiken und regulatorischen Herausforderungen zu verringern. Dieses unfundierte Risikobeteiligungsmodell soll dazu beitragen, die jährliche Handelsfinanzierungslücke Afrikas in Höhe von schätzungsweise 100 Milliarden US-Dollar zu verringern.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines breiteren Rückzugs internationaler Kreditgeber aus Afrika seit 2021. Banken wie Standard Chartered und Barclays haben ihre Aktivitäten – insbesondere in Westafrika und in fragilen Staaten wie Nigeria und Ghana – eingeschränkt. Regulatorischer Druck, Währungsinstabilität und schwache Rentabilität haben diesen Rückzug vorangetrieben.

Unterdessen hat die Deutsche Bank auch ihre Führungsebene umstrukturiert. Gerald Podobnik übernimmt nun gemeinsam die Leitung des Firmenkundengeschäfts und löst Ole Matthiessen ab. Die Veränderung fällt in eine Phase, in der die Aktie der Bank bei 25,80 Euro notiert – rund 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Das 150-Millionen-Dollar-Programm soll kleineren afrikanischen Volkswirtschaften zugutekommen, die Schwierigkeiten haben, an Handelsfinanzierungen zu gelangen. Die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bank und der BII zielt darauf ab, die Lücken zu schließen, die durch den Rückzug anderer Banken aus der Region entstanden sind. Die Initiative könnte dazu beitragen, den Handel in Märkten zu stabilisieren, in denen Finanzierungen weiterhin Mangelware sind.

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