Wiener Festwochen 2024: Blut, Rituale und die Lust am Sterben auf der Bühne
Francesco SchenkWiener Festwochen 2024: Blut, Rituale und die Lust am Sterben auf der Bühne
Die Wiener Festwochen 2024 haben mit einer mutigen Auseinandersetzung mit Leben, Tod und dem Makabren begonnen. Unter dem zentralen Motto „Republik der Götter“ präsentiert das Festival eindrucksvolle Aufführungen, die sich durch Kleidung, Blut und Rituale mit menschlichen Schicksalen befassen.
Am Donnerstag, dem 25. April 2024, feierte Angélica Liddells Produktion „Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder Die Lust am Sterben“ im Volkstheater Premiere. Die zweistündige Inszenierung erkundet das Leben und den Tod Fremder anhand ihrer Kleidungsstücke. Sie umfasst eine Nachstellung des rituellen Selbstmords (Seppuku) des japanischen Schriftstellers Yukio Mishima sowie eine blutbespritzte Szene. Ekstatische Momente, schwarzer Humor und explizite Inhalte prägen die Vorstellung.
Das Festival zeigt weitere Werke, die sich ebenfalls der Symbolik von Kleidung und Blut bedienen, um menschliche Geschichten zu erzählen – darunter „Mythen des Alltags“ und „Pfingstspiel“. Philippe Quesnes „Der Berg der Vampire“ erweitert die Festivalthemen um die Erkundung von Vampirsagen.
Liddells Werk speist sich teilweise aus eigener Erfahrung: Am 7. Januar 2024 wurde sie in Madrid Zeugin, wie sich eine Frau das Leben nahm.
Die Wiener Festwochen 2024 setzen mit existenziellen Themen einen klaren Fokus. Die Produktionen fordern das Publikum mit intensiven Bildern und persönlichen Erzählungen heraus. Das Festival bleibt eine Plattform für provokante Kunst, die sich unerschrocken mit Sterblichkeit und menschlicher Existenz auseinandersetzt.






