04 April 2026, 22:12

Vater und Sohn kämpfen für Wärmeückgewinnung aus Duschwasser in Deutschland

Ein Badezimmer mit einer Duschkabine neben einem WC, mit Fliesenwänden, Deckenleuchten und einer Tür auf der rechten Seite.

Vater und Sohn kämpfen für Wärmeückgewinnung aus Duschwasser in Deutschland

Ein deutsches Vater-Sohn-Duo kämpft für die Verbreitung einer energiesparenden Methode, die in Deutschland noch weitgehend unbekannt ist. Steffen und Valentin Nittbaur gründeten in Filderstadt die Unocconi GmbH, um die Wärmeückgewinnung aus Duschwasser zu fördern – ein System, das in Teilen Europas bereits weit verbreitet ist. Trotz seiner Effizienz verhindern regulatorische Hürden bisher den Durchbruch in Deutschland.

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Steffen Nittbaur arbeitete über 25 Jahre als Industrieingenieur bei Mercedes-Benz, bevor er 2021 mit einer Abfindung ausschied. Anschließend studierte er Umweltwissenschaften und schloss sich mit seinem Sohn Valentin zusammen, der mit 24 Jahren gerade ein duales Studium der Betriebswirtschaft abgeschlossen hatte. Gemeinsam gründeten sie Unocconi und spezialisierten sich auf die Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser in Duschen.

Die dezentrale Wärmeückgewinnung aus Duschwasser gilt als eine der effektivsten Energiesparmaßnahmen in Gebäuden. Wissenschaftler empfehlen, sie in allen Neubauten und Sanierungen zu installieren. Doch während sich die Methode in Europa verbreitet, hinkt Deutschland hinterher – vor allem wegen strenger Trinkwasser-Zertifizierungsvorschriften.

Die zögerliche Einführung der Technologie erfolgt trotz steigender Energiekosten und verschärfter Emissionsvorgaben im Rahmen des EU-Handelssystems. Zwar sind Deutschland und Frankreich führend im Bereich allgemeiner Wärmetauscher, doch kein Land hat sich bisher als klarer Vorreiter bei der Wärmeückgewinnung aus Duschwasser etabliert. Die Nittbaurs arbeiten derzeit daran, bürokratische Hindernisse zu überwinden und das System breiter einzuführen.

Der Ansatz von Unocconi könnte helfen, Energieverschwendung in Haushalten zu reduzieren. Doch sein Erfolg hängt von regulatorischen Änderungen ab. Ohne Anpassungen der deutschen Zertifizierungsregeln wird die Methode voraussichtlich eine Nischenlösung bleiben. Das Engagement des Unternehmens zeigt die Kluft zwischen bewährter Technologie und den notwendigen politischen Rahmenbedingungen für ihre Umsetzung.

Quelle