05 April 2026, 10:13

Polen deckelt Spritpreise – und löst deutschen Tanktourismus aus

Alte Karte Polens mit roter Linie und handgeschriebenem Text auf altem Papier.

Polen deckelt Spritpreise – und löst deutschen Tanktourismus aus

Polen hat neue Preisobergrenzen für Kraftstoffe eingeführt, um die steigenden Kosten und die Marktinstabilität einzudämmen. Ab dem 31. März 2026 zahlen Autofahrer maximal 6,16 Złoty (1,44 Euro) pro Liter für Normalbenzin, 6,76 Złoty (1,58 Euro) für Superbenzin und 7,60 Złoty (1,77 Euro) für Diesel. Die Maßnahme folgt auf den wirtschaftlichen Druck durch den Iran-Konflikt und die weltweit explodierenden Ölpreise.

Die Regelung orientiert sich an einem ähnlichen System in Österreich und soll starke Preisschwankungen verhindern, während Kraftstoffe erschwinglicher werden. Da deutsche Autofahrer jedoch bereits deutlich höhere Kosten tragen, dürfte die Neuregelung über die Osterfeiertage einen Anstieg des grenzüberschreitenden "Tanktourismus" auslösen.

Schon vor der Preisbremse war Sprit in Polen günstiger als in Deutschland. Anfang März kostete Diesel in Polen etwa 1,42 Euro pro Liter, während deutsche Autofahrer über 2,00 Euro bezahlten. Normalbenzin lag in Polen bei rund 1,35 Euro, in Deutschland dagegen bei 1,70 Euro. Durch die neuen Obergrenzen hat sich die Preisscheere weiter geöffnet – und treibt noch mehr deutsche Autofahrer an die polnischen Tankstellen.

Am Dienstag bildeten sich an den Grenz-Tankstellen in Polen lange Schlangen, da Autofahrer die günstigeren Preise nutzen wollten. Die Staus verschärften sich durch den Beginn der Osterferien, da viele Familien zum langen Wochenende unterwegs waren. Grenzkontrollen und schwerer Lkw-Verkehr hatten bereits für Verkehrsbehinderungen gesorgt, doch die Spritpreisdifferenz spitzte die Lage weiter zu.

Auch Deutschland hat eine eigene Regelung eingeführt, um die Preise zu stabilisieren: Tankstellen dürfen ihre Preise künftig nur noch einmal täglich mittags anpassen. Doch die Maßnahme verringert den Preisunterschied zwischen beiden Ländern kaum – polnische Tankstellen bleiben für deutsche Pendler und Urlauber deutlich attraktiver.

Die Preisdeckel sind nun in Kraft und entlasten polnische Autofahrer von den steigenden Spritkosten. Für deutsche Kraftfahrer bedeuten die niedrigeren Preise mehr Fahrten über die Grenze – besonders in reiseintensiven Zeiten wie Ostern. Während die wirtschaftlichen Folgen des zunehmenden Tanktourismus noch unklar sind, stellen sich die Grenzübergänge auf stärkeren Verkehr in den kommenden Tagen ein.

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