Uwe Steimle kehrt mit skurriler Ost-Krimi-Serie nach 15 Jahren zurück
Francesco SchenkUwe Steimle kehrt mit skurriler Ost-Krimi-Serie nach 15 Jahren zurück
Uwe Steimle, der bekannte ostdeutsche Kabarettist, kehrt nach 15 Jahren Pause vom Polizeiruf 110 ins Krimi-Genre zurück. Seine neue Serie Volkspolizeiruf Tatort Ost dreht sich um einen exzentrischen Ermittler, der Verbrechen gegen das „ostdeutsche Volk“ aufklärt. Der Start der Produktion fällt in eine Zeit, in der hinter den Kulissen – sowohl vor als auch hinter der Kamera – die Stimmung gereizt ist.
Im Mittelpunkt der Serie steht Kommissar Bemme, gespielt von Steimle, der gemeinsam mit seinen Assistenten Sahra und Egon skurrile Fälle löst. Die Pilotfolge Mord unter der Windkraftanlage umfasst ungewöhnliche 11.000 Seiten Drehbuch und verknüpft eine Windturbine, ein unterirdisches Labyrinth und einen allwissenden Oktopus. Die Handlung konzentriert sich auf mutmaßliche Straftaten von Westdeutschen oder Migranten an Ostdeutschen.
Die Produktion startet zu einem Zeitpunkt, an dem der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), der öffentlich-rechtliche Sender für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aufgrund von Budgetkürzungen für drei Jahre keine neuen Folgen von Tatort und Polizeiruf in Auftrag gibt. Volkspolizeiruf Tatort Ost soll diese Lücke füllen und ostdeutschen Geschichten eine Bühne bieten. Hinter dem Projekt steht der Medienunternehmer Holger Friedrich, der sich darauf spezialisiert hat, ostdeutsche Ressentiments kommerziell zu verwerten.
Die Serie ist zudem mit den Plänen für Ostflix verknüpft, einen möglichen Streamingdienst speziell für ostdeutsches Publikum. Doch unter den Investoren herrscht Uneinigkeit, wo die Serie digital veröffentlicht werden soll. Bei einer kürzlichen Presseveranstaltung eskalierte der Streit, als Steimle und der Drehbuchautor der Serie – ein weiterer Uwe – in einen hitzigen Wortwechsel gerieten. Beide verließen wütend die Kneipe und ließen die Veranstaltung im Chaos zurück.
Die ersten Folgen von Volkspolizeiruf Tatort Ost werden vorerst auf ausgewählten Telegram-Kanälen erscheinen. Angesichts der Produktionspause beim MDR und der anhaltenden Streitigkeiten über die Verbreitung steht die Zukunft der Serie auf unsicherem Grund. Dennoch sehen ihre Förderer darin einen mutigen Schritt, um ostdeutsche Perspektiven auf den Bildschirm zu bringen.






