Syriens Wiederaufbau gewinnt mit deutschen Investitionen an Fahrt
Hans-Jürgen ZirmeSyriens Wiederaufbau gewinnt mit deutschen Investitionen an Fahrt
Syrien treibt die Pläne zum Wiederaufbau seiner vom Krieg zerstörten Wirtschaft voran und zieht dabei bedeutende internationale Investitionen an. Die Regierung hat zudem Währungsreformen eingeleitet, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Unterdessen zeigen deutsche Unternehmen und Vertreter großes Interesse daran, die Wiederaufbaubemühungen zu unterstützen.
Laut Schätzungen der Weltbank belaufen sich Syriens Wiederaufbaukosten auf rund 216 Milliarden US-Dollar. Die Golfstaaten haben bereits über 28 Milliarden Dollar für Wiederherstellungsprojekte zugesagt. Deutschland hat über seine Entwicklungsbank KfW seit Anfang letzten Jahres Zuschüsse in Höhe von 119 Millionen Euro bewilligt.
Deutsche Unternehmen wollen eine aktive Rolle bei Syriens Wiederaufstieg spielen. Siemens Energy prüft Möglichkeiten zur Modernisierung der Stromnetze des Landes. Der bayerische Hersteller Knauf hat eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks unterzeichnet. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf sich mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa und äußerte sich optimistisch über eine "blühende Handelsbeziehung" zwischen beiden Ländern.
Auch die syrische Regierung hat Schritte zur Reform ihrer Währung unternommen: Neue Banknoten wurden ausgegeben, und zwei Nullen wurden von den Nennwerten gestrichen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Syriens für 2023 wird auf 60 bis 65 Milliarden Dollar geschätzt, während der Staatshaushalt für 2026 mit 10,5 Milliarden Dollar veranschlagt wird.
Der Bertelsmann-Transformationsindex (BTI) hat kürzlich Syriens Fortschritte hervorgehoben und das Land als das mit der größten Verbesserung im Bereich "politische Transformation" unter 137 bewerteten Staaten eingestuft.
Mit Milliardenzusagen und deutschen Unternehmen, die Projekte vorbereiten, gewinnt Syriens Wiederaufbau an Fahrt. Die Währungsreformen und wirtschaftlichen Prognosen deuten auf ein Streben nach Stabilität hin. Das internationale Engagement – insbesondere aus Deutschland – signalisiert wachsendes Vertrauen in die Erholungsbemühungen des Landes.






