03 May 2026, 20:12

Sachsen plant Gebühren für internationale Studierende mit Rückerstattung bei Bleibe

Plakat mit animierten Figuren und Text, der die internationale Studentenzahl in den USA um 10% auf 974.926 im Schuljahr 2014/15 gestiegen ist.

Sachsen plant Gebühren für internationale Studierende mit Rückerstattung bei Bleibe

Sachsen erwägt neues Gebührenmodell für internationale Studierende

Sachsen plant ein neues Modell für Studiengebühren für ausländische Studierende. Dem Vorschlag zufolge sollen Studierende aus Ländern außerhalb der EU 1.500 Euro pro Semester zahlen – könnten die Kosten jedoch erstattet bekommen, wenn sie nach ihrem Abschluss fünf Jahre lang in der Region bleiben. Das Vorhaben zielt darauf ab, den Fachkräftemangel zu lindern und gleichzeitig die Staatseinnahmen zu erhöhen.

Die geplante Regelung orientiert sich an einem bestehenden System in Baden-Württemberg, wo nicht-europäische Studierende seit 2017 bereits 1.500 Euro pro Semester entrichten. In Europa erheben bereits zwei Drittel der Länder zusätzliche Gebühren für internationale Studierende, wobei fast 30 Prozent mehr als 500 Euro pro Semester verlangen.

Studien untermauern die wirtschaftlichen Vorteile solcher Maßnahmen. Eine Untersuchung des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) ergab, dass jede Gruppe von 1.000 internationalen Studierenden über einen Zeitraum von 44 Jahren zusätzliche 620 Millionen Euro zur Wirtschaftsleistung beiträgt. Das IW berechnete zudem einen öffentlichen Überschuss von 7,36 Milliarden Euro durch die 79.000 internationalen Studierenden, die 2022 in Deutschland ihr Studium begannen.

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Die durchschnittlichen jährlichen Kosten für die Ausbildung eines Studierenden in Deutschland liegen bei etwa 11.000 Euro. Sollte das sächsische Modell umgesetzt werden, könnte es helfen, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Eine separate Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kommt zu dem Schluss, dass eine Nettozuwanderung von 400.000 Menschen pro Jahr bis 2035 die deutsche Erwerbsbevölkerung konstant halten würde.

Deutschland steht derzeit vor wirtschaftlichen Risiken, darunter Protektionismus, hohe Energiepreise und demografischer Wandel. Experten warnen, dass das Land ohne Gegenmaßnahmen ein verlorenes Jahrzehnt in puncto realer Wirtschaftsleistung erleben könnte.

Der sächsische Vorschlag bietet eine Möglichkeit, qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen und gleichzeitig die Bildungskosten auszugleichen. Bei Erfolg könnte das Modell andere Bundesländer dazu ermutigen, ähnliche Konzepte einzuführen. Der Plan fügt sich zudem in die größeren Bestrebungen ein, angesichts von Fachkräftemangel und demografischen Herausforderungen wirtschaftliche Stabilität zu wahren.

Quelle