Rheinmetall setzt auf Marine und Raketen trotz schwacher Quartalszahlen
Francesco SchenkRheinmetall setzt auf Marine und Raketen trotz schwacher Quartalszahlen
Rheinmetall veröffentlicht gemischte Quartalszahlen – Expansion in Marine- und Raketensparte vorangetrieben
Rheinmetall hat seine Finanzzahlen für das erste Quartal veröffentlicht, die ein durchwachsenes Ergebnis zeigen. Zwar stiegen Umsatz und Gewinn, beide Werte verblieben jedoch hinter den Markterwartungen – die Aktie gab daraufhin um über 2 % nach. Der Rüstungskonzern skizzierte zugleich ehrgeizige Pläne für Expansion und neue Partnerschaften im Bereich Raketen- und Marinesysteme.
Das Unternehmen verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatz von 1,94 Milliarden Euro, was einem Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings verfehlte die Summe die Analystenprognosen um 330 Millionen Euro. Das operative Ergebnis kletterte auf 224 Millionen Euro (plus 17 %), blieb aber unter den erwarteten 262 Millionen Euro.
Trotz der verpassten Ziele bekräftigte Rheinmetall seine Prognose für 2026: Ein Umsatz von 14 bis 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 %. Der Auftragsbestand wuchs um 31 % auf 73 Milliarden Euro – erstmals inklusive Marinesysteme.
Für das zweite Quartal rechnet der Konzern mit einer deutlichen Erholung, getrieben durch Großaufträge in den Bereichen Marinesysteme und militärische Fahrzeuge. Zudem läuft die Expansionsstrategie auf Hochtouren: Geprüft werden Übernahmen der German Naval Yards Kiel sowie eines Teils der rumänischen Werft Mangalia.
Im Raketengeschäft gab Rheinmetall eine Kooperation mit dem niederländischen Unternehmen Destinus bekannt, um ab Ende 2026 oder Anfang 2027 Marschflugkörper zu produzieren. Die Gespräche mit Raytheon über eine weitere Zusammenarbeit kommen voran, während die Verhandlungen mit Lockheed Martin nur zögerlich verlaufen. Parallel verhandelt das Unternehmen mit mehreren Nahost-Staaten über die Lieferung von bis zu zehn Luftabwehrsystemen im Jahr 2025.
Nach Vorstellung des Quartalsberichts gaben Rheinmetall-Aktien nach, was die Enttäuschung der Anleger über die verfehlten Ziele widerspiegelt. Dennoch hält das Unternehmen an seinen langfristigen Finanzzielen fest und treibt das Wachstum in den Bereichen Marine und Raketentechnik voran. Neue Partnerschaften und mögliche Übernahmen könnten die künftige Expansion prägen.






