08 May 2026, 00:20

Rekordzahl ausländischer Studierender – doch viele fühlen sich betrogen

Offenes Buch mit handgeschriebenem Text und Wasserzeichen, wahrscheinlich ein Dokument aus der Bundesrepublik Deutschland.

Rekordzahl ausländischer Studierender – doch viele fühlen sich betrogen

Rekordzahl von 402.000 internationalen Studierenden an deutschen Hochschulen – doch viele sehen sich getäuscht

Im Wintersemester 2024/25 haben sich so viele internationale Studierende wie nie zuvor an deutschen Hochschulen eingeschrieben: 402.000. Doch viele von ihnen sehen sich in ihren Erwartungen enttäuscht, warnt Joybrato Mukherjee, Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Er kritisiert unethische Praktiken an einigen privaten Hochschulen sowie bei Vermittlungsagenturen, die Studierende aus dem Ausland anwerben.

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Mukherjee wies auf ein wachsendes Problem hin: Private Hochschulen in Deutschland – insbesondere in Berlin – bieten seiner Einschätzung nach „höchst fragwürdige“ Studiengänge an. Diese Einrichtungen werben mit Versprechungen, die oft nicht der Realität entsprechen. Sobald die Studierenden immatrikuliert sind, stellen sie fest, dass weder die Abschlüsse noch die Studienbedingungen halten, was die Werbung verspricht.

Besonders betroffen sind indische Studierende. Fast 60.000 von ihnen studieren mittlerweile in Deutschland – sie bilden die größte nationale Gruppe unter den internationalen Studierenden. Viele werden von Vermittlungsagenturen in Indien angeworben, die in einer rechtlichen Grauzone operieren. Diese Agenturen täuschen die Studierenden über die Qualität der Kurse, die Akkreditierung der Abschlüsse und die Berufsaussichten.

Mukherjee hinterfragte zudem, warum einige private Hochschulen trotz staatlicher Anerkennung schlecht regulierte Studiengänge anbieten. Er warnte deutsche Hochschulen davor, mit solchen Vermittlungsfirmen zusammenzuarbeiten, und forderte strengere Kontrollen – sowohl für die Agenturen als auch für die Hochschulen, die von ihnen beliefert werden.

Die Warnungen des DAAD-Präsidenten deuten auf systemische Lücken in der Überwachung privater Hochschulen und Vermittlungsagenturen hin. Angesichts weiter steigender Zahlen internationaler Studierender könnten strengere Regelungen notwendig sein, um Ausbeutung zu verhindern. Mukherjees Kritik unterstreicht die Risiken für Studierende, die mit hohen Erwartungen anreisen – und am Ende ihre akademischen und beruflichen Hoffnungen enttäuscht sehen.

Quelle