Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Francesco SchenkPsychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Rund 1.000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen protestiert. Die Demonstration richtete sich gegen eine um 4,5 Prozent reduzierte Vergütung, die ab dem 1. April in Kraft treten soll. Die Organisatoren der Aktionsallianz Psychotherapie forderten die sofortige Rücknahme der Entscheidung.
Die Kürzungen waren vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen worden, einem Gremium, dem die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sowie unabhängige Mitglieder angehören. Trotz des Widerstands der KBV, die gegen die Senkung gestimmt hatte, setzte der Ausschuss die Maßnahme durch. Die KBV kündigte nun an, rechtlich gegen die Kürzungen vorzugehen.
Die Demonstranten hielten Schilder mit Parolen wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch berechnet" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen". Zu den Rednerinnen auf der Kundgebung zählten die Politikerin Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) und Heidi Reichinnek (Die Linke). Beide kritisierten die Entscheidung als kurzsichtig und schädlich für die Patientenversorgung.
Das Bundesgesundheitsministerium unter Ministerin Nina Warken (CDU) hat noch bis Mitte Mai Zeit, die Kürzungen anzufechten und zu blockieren. Bis dahin bleibt die Honorarsenkung für den kommenden Monat geplant. Der Protest zeigte, wie groß die Ablehnung unter Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Teilen der Politik ist. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, sinken die Vergütungssätze ab April um 4,5 Prozent. Über die endgültige Umsetzung entscheidet nun die anstehende Klage der KBV sowie die Position des Ministeriums.






