15 May 2026, 16:15

Pflegereform droht Heimbewohnern mit 20.000 Euro Mehrkosten pro Person

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo darüber.

Pflegereform droht Heimbewohnern mit 20.000 Euro Mehrkosten pro Person

Die geplanten Pflegereformen in Deutschland haben bei Branchenvertretern Besorgnis ausgelöst. Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der Krankenkasse DAK-Gesundheit, hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (parteilos) aufgefordert, die vorgesehenen Kürzungen zu überdenken. Die Änderungen könnten Bewohner von Pflegeheimen weiter in finanzielle Not treiben und die bestehende Pflegekrise verschärfen.

Das Bundesgesundheitsministerium plant, die Erhöhung der Zuschüsse für stationäre Pflege zu verschieben und die maximale Kostenübernahme nach viereinhalb Jahren auf 70 Prozent zu begrenzen. Laut Heinz Rothgang, Experte für die Finanzierung der Langzeitpflege, würde diese Verzögerung die Eigenanteile der Heimbewohner im Schnitt um 161 Euro pro Monat steigern. Über den gleichen Zeitraum belastet die zusätzliche finanzielle Mehrbelastung jede betroffene Person mit fast 20.000 Euro.

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Aktuell zahlen Pflegeheimbewohner bereits rund 3.200 Euro monatlich aus eigener Tasche, während die staatlichen Zuschüsse schrittweise steigen. Doch Warkens Sparpaket, das bis Mitte Mai erwartet wird, könnte auch eine Halbierung der Rentenansprüche für pflegende Angehörige vorsehen. Ohne Gegenmaßnahmen droht der sozialen Pflegeversicherung in den nächsten zwei Jahren ein Defizit von über 22 Milliarden Euro.

Storm warnt, dass diese Maßnahmen das Armutsrisiko für Menschen mit Pflegebedarf erhöhen. Er argumentiert, dass eine Kürzung der Unterstützung für stationäre Pflege ein ohnehin schon überlastetes System weiter belasten würde.

Ziel der geplanten Reformen ist es, eine Finanzierungslücke von 22 Milliarden Euro zu schließen – doch sie könnten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit höheren Kosten belasten. Falls umgesetzt, würden die Änderungen in den kommenden Jahren in Kraft treten und langfristige finanzielle Folgen für diejenigen haben, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind.

Quelle