Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 als jüngster Preisträger aller Zeiten
Diethelm WeißPetrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 als jüngster Preisträger aller Zeiten
Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen und ist mit 39 Jahren der jüngste Preisträger in der Geschichte der Auszeichnung. Seine Werke speisen sich tief aus seinen Kindheitserinnerungen während des Kosovo-Konflikts der 1990er-Jahre und verbinden persönliche Geschichte mit einer eindringlichen visuellen Erzählweise.
Das mit 100.000 US-Dollar dotierte Preisgeld fließt in die Hajde!-Stiftung, eine Initiative, die Halilaj mitgegründet hat, um kulturelle Räume im Kosovo wiederaufzubauen – darunter ein lange vernachlässigtes Kunstzentrum in seiner Heimatstadt.
Halilajs frühes Leben war vom Krieg geprägt: Mit 13 Jahren wurde das Haus seiner Familie von serbischen Truppen niedergebrannt – ein Ereignis, das sein künstlerisches Schaffen nachhaltig prägte. Seine Arbeiten stellen oft die verspielte Unschuld von Kindern den harten Realitäten des Konflikts gegenüber und bedienen sich dabei Materialien wie Schnitzereien in Schulbänken oder großformatigen Skulpturen.
2024 präsentierte er Abetare, eine Dachinstallation im New Yorker Metropolitan Museum of Art. Das Werk verwandelte Kinderzeichnungen aus dem Kosovo und den angrenzenden Regionen in turmhohe Metallformen und war Teil der jährlichen Roof Garden Commission des Museums. Im selben Jahr führte er Syrigana auf, eine interdisziplinäre Oper in einem kosovarischen Dorf, die Performance mit lokaler Geschichte verband.
Über Ausstellungen hinaus engagiert sich Halilaj aktiv für den Wiederaufbau der kulturellen Infrastruktur des Kosovo. Über die Hajde!-Stiftung arbeitet er mit dem Kulturministerium zusammen, um das Haus der Kultur in seiner Heimatstadt zu revitalisieren. Das Projekt soll einen dauerhaften Ort für Kunst in einer Region schaffen, die sich noch immer von Jahrzehnten der Konflikte erholt.
Der Nasher-Preis würdigt Halilajs einzigartige Stimme in der zeitgenössischen Kunst, die in der bewegten Geschichte des Kosovo verwurzelt ist. Seine kommenden Projekte – sowohl künstlerischen als auch philanthropischen Charakters – werden seinen Einfluss auf die kulturelle Landschaft des Landes voraussichtlich weiter vertiefen. Das Preisgeld sichert die fortlaufende Unterstützung für Initiativen wie das Haus der Kultur und unterstreicht die Rolle der Kunst bei Heilung und Erneuerung.






