Penguin Random House verklagt OpenAI wegen Urheberrechtsverletzung durch KI-Training
Diethelm WeißPenguin Random House verklagt OpenAI wegen Urheberrechtsverletzung durch KI-Training
Der Verlag Penguin Random House hat in Deutschland Klage gegen OpenAI wegen Urheberrechtsverletzungen eingereicht. Der Verlag wirft dem KI-Unternehmen vor, Werke des Kinderbuchautors Ingo Siegner rechtswidrig für das Training seiner Modelle genutzt zu haben. Im Mittelpunkt des Streits steht die beliebte Buchreihe "Der kleine Drache Kokosnuss", die ChatGPT angeblich ohne Erlaubnis reproduziert.
Die vor dem Landgericht München eingereichte Klage argumentiert, dass die KI-Tools von OpenAI Texte und Bilder erzeugen, die Siegners Originalwerken stark ähneln. Nutzer können ChatGPT auffordern, druckfertige Manuskripte oder sogar Illustrationen zu erstellen, die dem Drachen aus der Serie entsprechen. Penguin Random House vergleicht dies mit der unerlaubten Speicherung und Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials.
Carina Mathern, Verlegerin für Kinder- und Jugendbücher bei Penguin Random House, betont die Notwendigkeit, kreative Werke im Zeitalter der KI zu schützen. Der Fall folgt einem Teilerfolg der GEMA, der deutschen Verwertungsgesellschaft für Musikurheberrechte, die im November 2025 ein Urteil gegen OpenAI erstritten hatte. OpenAI hat gegen dieses Urteil inzwischen Berufung eingelegt.
Seit März 2026 haben drei weitere große Verlage und Musikunternehmen ähnliche Klagen eingereicht. Bertelsmann verklagte OpenAI und Google in New York, weil diese angeblich KI-Modelle mit geschütztem Content trainiert hätten. Sony Music ging in Kalifornien gegen Anthropic und Meta vor, da Songtexte und Melodien genutzt worden seien. In Deutschland reichte auch Axel Springer eine Klage gegen xAI ein, weil gegen die Rechte von Presseverlagen verstoßen worden sei.
Das Ergebnis des Verfahrens von Penguin Random House könnte richtungsweisend dafür werden, wie KI-Unternehmen mit urheberrechtlich geschütztem Material umgehen. Bei Erfolg könnte es strengere Kontrollen für Trainingsdaten und KI-generierte Inhalte erzwingen. Der Streit unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen der Kreativwirtschaft und Tech-Konzernen um geistiges Eigentum.






