Nagelsmanns riskante Taktik: Warum die DFB-Elf trotz Undavs Treffern weiter wackelt
Conrad PechelNagelsmanns riskante Taktik: Warum die DFB-Elf trotz Undavs Treffern weiter wackelt
Die deutsche Nationalmannschaft steht nach einer Reihe defensiver Patzer und fragwürdiger taktischer Entscheidungen massiv in der Kritik. Trotz Top-Spieler wie Antonio Rüdiger und Jamal Musiala gelingt es dem Team seit geraumer Zeit nicht, ohne Gegentor zu bleiben. Bundestrainer Julian Nagelsmann bleibt jedoch unbeeindruckt und hält an seiner Linie fest – sehr zum Unverständnis von Fans und Experten.
Ein besonders umstrittenes Thema ist der Umgang mit dem in Bestform befindlichen Stürmer Deniz Undav, dessen spätes Siegtor gegen Ghana die Diskussionen um die Aufstellung neu entfacht hat.
Die defensiven Schwächen sind offenkundig: Im Spiel gegen die Schweiz ermöglichte ein Fehlpass von Nico Schlotterbeck dem Gegner eine klare Torchance. Gegen Ghana landeten drei von sieben Torschüssen im Netz – ein Zeichen für die anfällige Abwehr. Selbst schwächere Mannschaften wie Ghana fanden leicht Lücken, was Fragen zur Organisation und Positionierung aufwirft.
Die Aufstellung von Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger statt in seiner gewohnten Mittelfeldrolle verstärkt die Instabilität. Diese Entscheidung hinterlässt Lücken in Abwehr und Angriff, während Kritiker monieren, dass seine Stärken so nicht optimal genutzt werden.
Im Sturm ist Undav als Einwechselspieler nicht zu übersehen: Sein Siegtreffer in der 88. Minute gegen Ghana war bereits sein zweiter entscheidender Beitrag in jüngsten Testspielen. Dennoch setzt Nagelsmann weiterhin auf Kai Havertz und Niclas Woltemade in der Startelf. Der Stuttgarter Stürmer – mit 17 Toren und 10 Vorlagen in 24 Spielen seit November statistisch Deutschlands effektivster Angreifer – wird von seinem Trainer weiterhin als "Joker" und nicht als Stammspieler eingestuft.
Auch abseits des Platzes gibt es Ärger: Der Schiedsrichter, der Deutschland gegen Ghana ein umstrittenes Handelfmetertor zuerkannte, war derselbe Unparteiische, der im EM-Viertelfinale 2024 einen klaren Elfmeter übersehen hatte – ein weiterer Punkt, der das Gefühl der Inkonsequenz um die Mannschaft verstärkt.
Nagelsmann zeigt jedoch keine Anzeichen für einen Kurswechsel. Er räumt ein, dass einige Entscheidungen unpopulär bleiben werden, beharrt aber darauf, dass sein Ansatz langfristig richtig sei.
Die defensiven Defizite und Aufstellungsfragen der DFB-Elf sind vorerst ungelöst. Solange Nagelsmann an seiner Taktik festhält, könnten die Probleme anhalten. Undavs Leistungen werden unterdessen die Debatte um die Personalentscheidungen des Trainers weiter anheizen, während sich die Mannschaft auf kommende Herausforderungen vorbereitet.






