Mercedes-Benz bremst bei Luxus-Elektroautos und setzt auf Hybrid-Strategie
Conrad PechelMercedes-Benz bremst bei Luxus-Elektroautos und setzt auf Hybrid-Strategie
Mercedes-Benz kämpft mit schwacher Nachfrage nach Luxus-Elektroautos
Mercedes-Benz steht im Markt für Luxus-Elektrofahrzeuge vor Herausforderungen, da die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleibt. Das Unternehmen hat seine Strategie angepasst und setzt nun auf pragmatischere Modelle wie den neuen GLB, während es gleichzeitig deutliche Rabatte auf hochpreisige Elektrofahrzeuge anbietet. Diese Schritte erfolgen vor der Hauptversammlung im April 2026, bei der die finanzielle Performance und die Dividendenpolitik im Mittelpunkt stehen werden.
Der Absatz im Luxus-Elektrosegment kommt nur langsam in Fahrt – die EQ-Modelle von Mercedes-Benz verkaufen sich deutlich schlechter als die klassischen Verbrenner. Die globalen Van-Verkäufe, einschließlich der Modelle mit Verbrennungsmotor, sanken 2025 auf 359.136 Einheiten, nach einem Höchststand von 447.800 im Jahr 2023. Elektro-Pkw machten 2025 lediglich 9 Prozent des Gesamtabsatzes aus, doch erste Daten aus 2026 deuten auf eine leichte Erholung hin: Allein der CLA EQ fand im Januar und Februar 2.731 Käufer.
Die Entscheidung von Audi, den Q8 E-tron einzustellen und das Werk in Brüssel zu schließen, unterstreicht die branchenweiten Schwierigkeiten. Mercedes reagiert mit Verkaufsförderungen – Händler erhalten beispielsweise 25.000 US-Dollar Prämie pro Maybach EQS und 10.000 US-Dollar Nachlass auf den elektrischen G 580, um die Absatzzahlen zu steigern.
Der neue GLB mit Mild-Hybrid-Technologie ist bereits in Deutschland erhältlich und soll Anfang 2027 in den USA auf den Markt kommen. Er nutzt das hauseigene Betriebssystem MB.OS sowie das KI-gestützte Infotainmentsystem MBUX, das in Zusammenarbeit mit Microsoft und Google entwickelt wurde und Over-the-Air-Updates ermöglicht. Das Modell spiegelt den strategischen Wandel hin zu einer praxisorientierteren Elektrifizierung wider, da sich der Markt langsamer entwickelt als prognostiziert.
Auf der Hauptversammlung am 16. April 2026 wird das Unternehmen das Geschäftsjahr 2025 bilanzieren und über die Dividendenpolitik entscheiden. Trotz schwacher Nachfrage in China und anhaltender Herausforderungen im E-Auto-Sektor strebt Mercedes an, die Dividende stabil zu halten. Die Veranstaltung findet virtuell statt – eine physische Teilnahme von Aktionären ist nicht vorgesehen.
Analysten sehen derzeit ein durchschnittliches Kursziel von 62,47 Euro für die Mercedes-Benz-Aktie, was etwa 9 Prozent über dem aktuellen Wert liegt.
Fazit: Anpassung an verhaltene Luxus-E-Nachfrage Mercedes-Benz reagiert auf die langsamer als erwartet wachsende Nachfrage nach Luxus-Elektroautos mit einer doppelten Strategie: Rabatte auf Premiummodelle kombiniert mit der Einführung erschwinglicherer Hybridfahrzeuge. Die anstehende Hauptversammlung wird sich mit den Finanzzahlen und der Dividendenstabilität in einem schwierigen Marktumfeld befassen. Die Aktie bleibt unter Beobachtung der Analysten, die kurzfristig ein moderates Aufwärtspotenzial erkennen.






