Mainz trauert um zwei Kultgeschäfte – was kommt nach Wirth und Listmann?
Francesco SchenkMainz trauert um zwei Kultgeschäfte – was kommt nach Wirth und Listmann?
Zwei bekannte Geschäfte im Mainzer Stadtzentrum schlossen Ende 2022 für immer ihre Türen. Der Kinderladen Wirth und Listmann waren jahrelang feste Größen in der Gegend und hinterließen eine spürbare Lücke im Einzelhandelsangebot. Ihre Schließungen werfen Fragen über die Zukunft des Einkaufens im Herzen der Stadt auf.
Beide Läden waren tief in Mainz verwurzelt und galten als wichtige Anlaufstellen für Einheimische und Besucher gleichermaßen. Bürgermeister Nino Haase nannte ihren Verlust "schmerzhaft" und bezeichnete sie als "lebendige Anker", die dem Stadtzentrum Lebendigkeit verliehen hätten. Die Gründe für die Schließungen waren unterschiedlich: Wirth kämpfte mit veränderten Einkaufsgewohnheiten, während die Besitzer von Listmann private familiäre Gründe angaben.
Die leerstehenden Räumlichkeiten haben bisher noch keine neuen Mieter gefunden, obwohl es zunächst Interesse an dem Listmann-Standort gab. Gerüchte über mögliche Nachfolger machten die Runde, doch konkrete Pläne blieben aus. Die Zukunft des Wirth-Gebäudes ist dagegen noch ungewisser – die Stadt prüft mögliche kommunale Nutzungen. Ein lokaler Vorschlag, dort eine Bibliothek einzurichten, wurde wegen baulicher Einschränkungen verworfen.
Als Reaktion auf die Schließungen legte Bürgermeister Haase dem Stadtrat einen Plan vor. Das Vorhaben zielt darauf ab, das Gebiet um die Fuststraße zu entwickeln und mit einem frequenzstarken Anziehungspunkt neues Leben in die Innenstadt zu bringen. Bis 2026 wurden jedoch weder bestätigte Projekte noch Nachfolgeläden für die Straße bekannt gegeben.
Das Ausscheiden von Kinderladen Wirth und Listmann hat im Mainzer Einzelhandel sichtbare Spuren hinterlassen. Während der Listmann-Standort für potenzielle Mieter weiterhin attraktiv bleibt, wird über die Zukunft des Wirth-Gebäudes noch diskutiert. Ob es der Stadt gelingt, die Gegend wiederzubeleben, hängt davon ab, ob sie das richtige Mix aus Geschäften findet, um die Menschen zurück in die Innenstadt zu locken.






