22 March 2026, 14:15

Mainz schafft das ungeliebte Kurzstreckenticket nach 80-Prozent-Einbruch ab

Plakat mit einem Zug auf einem Bahngleis mit mehreren Menschen in der Nähe, das wirbt "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation."

Mainz schafft das ungeliebte Kurzstreckenticket nach 80-Prozent-Einbruch ab

Mainz stellt Kurzstreckenticket nach jahrelangem Rückgang der Nachfrage ein

Nach Jahren sinkender Verkaufszahlen hat Mainz sein Kurzstreckenticket für den ÖPNV abgeschafft. Die Entscheidung folgt auf einen Nachfrageeinbruch von 80 Prozent seit 2019, wobei sowohl Erwachsene als auch Kinder stark weniger Tickets erwarben. Als Hauptgründe nennen die Verantwortlichen steigende Kosten und eine geringe Nutzung.

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Das Kurzstreckenticket bot einst eine günstigere Alternative für kurze Fahrten. Doch seine Beliebtheit ließ nach, als Mehrfahrtenkarten wie das Deutschlandticket attraktiver wurden. Zwischen 2019 und 2025 sanken die Verkäufe von Erwachsenentickets von 391.000 auf nur noch 65.000 – ein Rückgang um 83 Prozent. Bei Kindertickets war der Einbruch mit 88 Prozent im selben Zeitraum noch deutlicher.

Auch die Verwaltungs- und Vertriebskosten für das Ticket stiegen im Laufe der Zeit. Dadurch wurde es für den Mainzer Verkehrsbetrieb, die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG), zunehmend unwirtschaftlich. Trotz der Abschaffung rechnet die MVG jedoch nicht mit einem Rückgang der Gesamtfahrgastzahlen im ÖPNV.

Das im Mai 2023 eingeführte Deutschlandticket hat die Reisegewohnheiten maßgeblich verändert. Bis Ende 2025 wurden allein in der Rhein-Main-Neckar-Region über 100.000 dieser Tickets verkauft. Die Fahrgastzahlen im ÖPNV stiegen zwischen 2023 und 2025 um 20 bis 30 Prozent, wobei es in Stoßzeiten vermehrt zu Überlastungen kam. Der Anteil der Fahrten mit Bus und Bahn liegt nun bei etwa 25 Prozent.

Eine Wiedereinführung eines ähnlichen Kurzstreckenangebots haben die Stadtverantwortlichen ausgeschlossen. Die Preisdifferenz zwischen Einzeltickets und Mehrfahrtenkarten hat sich in den letzten Jahren verringert, sodass der Bedarf für solche Tarife gesunken ist.

Die Abschaffung des Kurzstreckentickets markiert das Ende einer Ära für den Mainzer Nahverkehr. Da Mehrfahrtenkarten nun dominieren, erwartet die Stadt keine größeren Störungen der Fahrgewohnheiten. Der Fokus bleibt darauf, das Fahrgastwachstum durch ein breiteres Tarifangebot zu sichern.

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