Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Warum der Flughafen Hahn plötzlich keine Rolle mehr spielt
Francesco SchenkLandtagswahl in Rheinland-Pfalz: Warum der Flughafen Hahn plötzlich keine Rolle mehr spielt
Rheinland-Pfalz wählt am 22. März 2023 ein neues Landesparlament – und der Flughafen Hahn wird zum Wahlkampfthema
Am 22. März 2023 geht Rheinland-Pfalz zur Wahl, um ein neues Landesparlament zu bestimmen. Die Zukunft des Flughafens Hahn, einst ein umkämpfter Regionalflughafen mit wechselvoller Geschichte, spielt dabei eine Rolle – auch wenn Verkehrspolitik für die Wähler kaum Priorität hat.
Der Flughafen Hahn entstand 1993 aus einem umgebauten US-Militärstützpunkt. Seine Geschichte war von Rückschlägen geprägt: ein gescheiterter Verkauf an einen fragwürdigen chinesischen Investor, die Insolvenz 2021. Nach dem Rückzug der Landesförderung übernahm 2023 die Trierer Triwo AG die Geschäfte und stabilisierte den Betrieb.
2022 verzeichnete der Flughafen 2,2 Millionen Passagiere und 107.000 Tonnen Fracht – eine Erholung, die ohne direkte staatliche Unterstützung gelang. Seitdem hat die politische Debatte um Hahn an Schärfe verloren. Dennoch bleibt er als größter kommerzieller Flughafen des Landes ein Thema in der Diskussion über die regionale Luftfahrt.
Die aktuelle Koalition aus SPD, Grünen und FDP regiert seit 2016 unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Zwar strebt sie die Wiederwahl an, doch ihr Einfluss auf den Flughafen war begrenzt. Die Luftverkehrspolitik des Landes wird zudem von der Nähe zum Frankfurter Flughafen geprägt, der lokale Belange oft überlagert.
Für die Wähler rangiert Verkehrspolitik jedoch weit hinten: Nur 15,8 % sehen darin einen entscheidenden Faktor für ihre Wahlentscheidung.
Während der Flughafen Hahn unter privater Führung heute stabiler dasteht als in seiner turbulenten Vergangenheit, könnte das Wahlergebnis seine langfristige Rolle mitbestimmen. Doch eine breitere Verkehrspolitik wird kaum viele Stimmen mobilisieren. Die Zukunft des Flughafens hängt nun weniger von politischen Weichenstellungen ab als von seiner wirtschaftlichen Performance.






