Koblenzer Eltern kämpfen um jeden Kinderarzt-Termin – und scheitern oft
Conrad PechelKoblenzer Eltern kämpfen um jeden Kinderarzt-Termin – und scheitern oft
Eltern in Koblenz finden immer schwerer einen Kinderarzt
Eltern in Koblenz haben zunehmend Probleme, für ihre Kinder einen Kinderarzt zu finden. Viele Praxen nehmen keine neuen Patienten mehr auf, was Familien verärgert und sie manchmal zwingt, weite Strecken zurückzulegen. Der Mangel an Fachpersonal führt zudem dazu, dass Krankenhäuser Kinderbetten abbauen.
Das Ausmaß des Problems wurde deutlicher, nachdem Josef Oster, CDU-Bundestagsabgeordneter, die Kinderarztpraxis von Dr. Martin Schwenger in Koblenz besucht hatte. Die Praxis behandelt wöchentlich rund 500 Patienten – ohne die Notfalldienste, die jede Praxis im regionalen Netzwerk mindestens einmal im Monat übernimmt und die die Arbeitsbelastung zusätzlich erhöhen.
Neuzugezogene Familien oder Eltern, deren Kinderärzte in Rente gegangen sind, tun sich zunehmend schwer, eine Betreuung zu finden. Manche müssen bis zu 50 Kilometer fahren, um einen Kinderarzt aufzusuchen. Kern des Problems ist ein massiver Mangel an Ärzten und medizinischen Fachangestellten, der es den Praxen unmöglich macht, die Nachfrage zu decken.
Auch Krankenhäuser haben begonnen, Kinderbetten abzubauen, weil Personal fehlt. Oster kündigte an, sich in Berlin für Lösungen einzusetzen, um zu verhindern, dass überlastete Praxen Eltern abweisen müssen.
Die Situation lässt viele Familien in Koblenz ohne einfachen Zugang zu kinderärztlicher Versorgung zurück. Die Praxen sind überlastet, und die Krankenhäuser fahren ihre Leistungen weiter zurück. Ohne zusätzliches Personal wird sich die Belastung des Systems voraussichtlich nicht so schnell entspannen.






