Jahrmärkte, Herrenschneiderei und Ostseefischerei sind jetzt deutsches Kulturerbe
Francesco SchenkJahrmärkte, Herrenschneiderei und Ostseefischerei sind jetzt deutsches Kulturerbe
Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den jüngsten Ergänzungen zählen die Schaustellerkultur auf Jahrmärkten, die handwerkliche Herrenschneiderei sowie die Fischereitraditionen der Ostsee. Die Entscheidungen wurden nach Prüfung von Vorschlägen aus dem gesamten Land bekannt gegeben.
Die Kultusministerkonferenz, gemeinsam mit dem Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, und der Deutschen UNESCO-Kommission, präsentierte die aktualisierte Liste. Die Auswahl spiegelt eine Mischung aus regionalen Bräuchen und handwerklichem Können wider. Neu aufgenommen wurden unter anderem die traditionellen Techniken der Herrenschneiderei, die für Präzision und handwerkliche Kontinuität stehen.
Auch die Schausteller, die fester Bestandteil von Volksfesten sind, erhielten Anerkennung für ihren Beitrag zur Bewahrung des Unterhaltungserbes. Daneben wurden die Ostseefischerei, das Straßenfußballspiel auf dem Bolzplatz sowie die Laternenumzüge zum Martinsfest im Rheinland als schützenswerte Traditionen bestätigt. Diese Praktiken unterstreichen lokale Identität und Gemeinschaftsgefühl.
Nicht alle Einreichungen waren jedoch erfolgreich. So wurde ein Übersetzungsprojekt zur Förderung palästinensischer Autorinnen und Autoren aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds gestrichen. Zudem schaffte es die SPD-Sommerfest-Bratwurst nicht auf die Liste. Weimer, der für seine strengen Kriterien bekannt ist, hat in der Vergangenheit stets die kulturelle Bedeutung als entscheidend für die Aufnahme in das Verzeichnis betont.
Die neuen Eintragungen lenken den Blick auf Alltagsbräuche wie auch auf spezialisierte Handwerkskunst. Schausteller, Schneider und regionale Feste zählen nun zum offiziellen Kulturerbe Deutschlands. Gleichzeitig wird damit die anhaltende Debatte darüber unterstrichen, was als erhaltenswert gilt.






