29 April 2026, 02:28

Inflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – Energiekrise und Golfkonflikt als Treiber

Euro-Zeichen vor dem Hauptquartier der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, Deutschland, mit Bäumen und einem bewölkten Himmel.

Inflation in Deutschland steigt 2024 auf 4,6 Prozent – Energiekrise und Golfkonflikt als Treiber

Inflation in Deutschland wird bis Ende 2024 stark ansteigen, wie neue Prognosen zeigen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) erwartet nun eine Rate von 4,6 Prozent im Dezember – deutlich höher als bisher angenommen. Spannungen im Persischen Golf und anhaltende wirtschaftliche Belastungen treiben den Anstieg voran.

Die aktuelle Inflationswarnung folgt einem US-Angriff auf den Iran, der die Instabilität in der Region weiter verschärft hat. Der Konflikt hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und damit die überarbeitete Prognose des IW beeinflusst. Noch im März hatte das Institut die Inflation für 2024 auf nur 2,7 Prozent geschätzt.

2022 erlebte Deutschland die höchste Teuerung seit Jahrzehnten, mit Spitzenwerten von über 10 Prozent, bevor sie sich im Jahresdurchschnitt auf 6,9 Prozent einpendelte. Die aktuelle Einschätzung des IW stützt sich auf die Preisentwicklung während der Energiekrise 2022 und deutet auf ein ähnliches Muster hin. Bis 2026 wird nun mit einer durchschnittlichen Rate von 3,5 Prozent gerechnet.

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Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, zeigt sich besorgt über die Kombination aus steigenden Preisen und schwachem Wirtschaftswachstum. Er fordert, dass die Regierung geringverdienende Haushalte entlasten sollte – etwa durch eine Erhöhung der Pendlerpauschale. Gleichzeitig könnte die Europäische Zentralbank (EZB) eingreifen, falls sich die Lage weiter zuspitzt.

Um die akuten Belastungen abzumildern, hat die Bundesregierung eine zeitlich begrenzte Spritpreissenkung eingeführt. Ab dem 1. Mai 2024 sinken die Steuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate um etwa 17 Cent pro Liter. Zudem dürfen Unternehmen ihren Beschäftigten als Reaktion auf den eskalierenden Konflikt eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie von bis zu 1.000 Euro zahlen.

Die aktualisierte Prognose des IW zeichnet ein düstere Wirtschaftsperspektive für Deutschland. Mit einer erwarteten Inflation von 4,6 Prozent bis Dezember stehen Haushalte und Unternehmen vor höheren Kosten. Kurzfristige Maßnahmen wie Spritrabatte und steuerfreie Zuschüsse sollen zwar Entlastung bringen, doch die Unsicherheit bleibt bestehen.

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