Energiekrise belastet Haushalte und treibt Ölkonzerne zu Rekordgewinnen
Hans-Jürgen ZirmeEnergiekrise belastet Haushalte und treibt Ölkonzerne zu Rekordgewinnen
Die globale Energiekrise prägt weiterhin Wirtschaft und Alltag. Explodierende Spritpreise treiben die Kosten für Lebensmittel, Transport und Güter des täglichen Bedarfs in die Höhe, während große Ölkonzerne Rekordgewinne verbuchen. Regierungen und Organisationen reagieren nun mit neuen Maßnahmen und warnen vor den langfristigen Folgen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.
Die Ölpreise sind stark angestiegen und belasten Pendler, Studierende und Familien, die kranke Angehörige besuchen wollen. In Nigeria zeigen sich die Folgen deutlich: Düngemittel werden teurer, der Lkw-Transport verteuert sich, und auf lokalen Märkten steigen die Preise für Grundnahrungsmittel.
Unterdessen profitieren Energieunternehmen von der Krise. BP verzeichnete im ersten Quartal 2023 einen Nettogewinn von 2,7 Milliarden Euro – mehr als eine Verdopplung. Deutschland führte nach Russlands Angriff auf die Ukraine eine Übergewinnsteuer für Energiefirmen ein und nahm so rund 2,5 Milliarden Euro ein. Kritiker monieren, dass die Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden, während die Gewinne bei wenigen Konzernen bleiben.
Die Krise verschärft zudem die Sorgen über Energieabhängigkeiten. Eine Umfrage Ende März ergab, dass sich fast 80 Prozent der Deutschen durch die Abhängigkeit ihres Landes von fossilen Brennstoffimporten bedroht fühlen. Als Reaktion kündigte Südkoreas Präsident Pläne an, die Stromnetzinfrastruktur auszubauen und ein "Solar-Einkommens"-Programm für ländliche Gemeinden zu starten. Ziel ist es, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen.
Auch Chinas steigende Exporte von Solarmodulen deuten auf diesen Wandel hin. Die Ausfuhren verdoppelten sich im März im Vergleich zum Februar – ein Zeichen für die wachsende globale Nachfrage nach sauberen Energiealternativen. Dennoch warnt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, dass bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Hunger bedroht sein könnten, sollte sich die Krise über die Jahresmitte hinausziehen.
Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), führt die aktuelle Turbulenz auf politische Entscheidungen zurück. Er nannte dabei konkret Handlungen von Donald Trump und Benjamin Netanyahu als mitverantwortlich für die anhaltende Instabilität.
Die Energiekrise zwingt zu politischen Kurswechseln und verändert das Verbraucherverhalten. Höhere Ausgaben für Lebensmittel und Transport belasten die Haushalte, während Regierungen mit Steuern und erneuerbaren Energien gegensteuern wollen. Ohne eine Lösung könnten in den kommenden Monaten Millionen weitere Menschen Schwierigkeiten haben, sich Grundbedürfnisse zu leisten.






