Halles Bürgerparlament fordert mehr Geld und bessere Koordination für Bildung
Hans-Jürgen ZirmeHalles Bürgerparlament fordert mehr Geld und bessere Koordination für Bildung
In Halle (Saale) fand kürzlich ein "Bürgerparlament" statt, das die Zukunft der lokalen Bildung mitgestalten sollte. Fünfzehn Einwohnerinnen und Einwohner im Alter zwischen einem und 66 Jahren kamen zu der Veranstaltung zusammen, die von Neue Generation organisiert wurde – der Nachfolgeorganisation der Klimagruppe Letzte Generation. Aus ihren Diskussionen gingen klare Forderungen an das hallesche Bildungssystem hervor.
Die zufällig ausgewählten Teilnehmer, die einen breiten Querschnitt der Gesellschaft repräsentieren sollten, konzentrierten sich auf zwei zentrale Punkte. Sie forderten, dass Halle Mittel aus dem Sonderhaushalt für Infrastruktur und Klimaneutralität gezielt für den Bildungsbereich bereitstellt. Zudem setzten sie sich für eine bessere Abstimmung zwischen den bestehenden kommunalen Gremien und den Akteuren im Bildungssektor ein.
Die Gruppe hat nun ein Treffen mit Katharina Brederlow, der halleschen Beauftragten für Bildung und Soziales, vereinbart, um ihre Vorschläge vorzustellen. Die lokale Veranstaltung markiert den Auftakt einer bundesweiten Initiative: Vom 17. bis 24. April 2026 ist ein überregionales "Offenes Bürgerparlament" geplant.
Die größere Versammlung wird sich der Frage widmen: "Wie nah sind wir dem Faschismus? Die Gegenwart verstehen. Mut entwickeln. Gemeinsam handeln." Die Bewegung versteht ihre Parlamente als Alternative zum Deutschen Bundestag, den sie als "Lobbyistenparlament" kritisiert, das von Sonderinteressen dominiert werde.
Das hallesche Bürgerparlament hat den Rahmen für eine weitere öffentliche Auseinandersetzung mit den Themen Bildung und Demokratie gesetzt. Die Forderungen der Gruppe werden nun offiziell an die Stadtverwaltung herangetragen, während die Vorbereitungen für die bundesweite Versammlung 2026 voranschreiten. Die Organisatoren wollen das Modell ausbauen und setzen dabei auf zufällige Auswahlverfahren, um auch künftig eine vielfältige Repräsentation in den Diskussionen zu gewährleisten.






