Grenzkontrollen und Fußball: Warum Deutschland und Frankreich 2026 gegensätzliche Wege gehen
Francesco SchenkGrenzkontrollen und Fußball: Warum Deutschland und Frankreich 2026 gegensätzliche Wege gehen
Reisen und Fußball: Bis 2026 werden sich Frankreich und Deutschland in zentralen Punkten unterscheiden. Während die Einreise aus Polen, Tschechien oder Frankreich nach Deutschland weiterhin ohne Kontrollen möglich sein wird, gilt dies umgekehrt nicht mehr. Gleichzeitig zeigt die jüngste Verschiebung eines Spiels die gegensätzlichen Ansätze in der Fußballverwaltung beider Länder.
Auf den Straßen Straßburgs teilen sich Autos, Radfahrer und Fußgänger den öffentlichen Raum gleichberechtigt – ein Konzept, das in Mainz derzeit noch undenkbar scheint. Ab 2026 ändert sich die Reisefreiheit an Deutschlands Grenzen. Wer aus Polen, Tschechien oder Frankreich einreist, muss mit Einschränkungen rechnen, während Deutsche diese Länder weiterhin ohne Probleme besuchen können. Damit endet eine Ära der offenen Grenzen.
Auch im Fußball zeigen sich unterschiedliche Prioritäten. Der französische Fußballverband (FFF) verschob kürzlich auf Wunsch des Heimteams ein Ligaspiel zwischen Racing Straßburg und dem 1. FSV Mainz 05. In Deutschland hingegen passen DFB und DFL Spielpläne nicht an nationale Interessen an. Racing Straßburg, das Mühe hat, sein Stadion zu füllen, hält dennoch strikt an einer 5-Prozent-Regelung für Auswärtsfans fest – deutlich weniger als die 10 Prozent, die im deutschen Männerprofifußball üblich sind.
Abseits des Platzes unterscheiden sich Mainz und Straßburg in der Stadtplanung. Straßburg verteilt den öffentlichen Raum gerecht zwischen Autos, Radfahrern und Fußgängern, während Mainz hier noch Nachholbedarf hat. Gleichzeitig schützt die deutsche 50+1-Regel die Vereine vor externen Übernahmen und sichert den Einfluss der Mitglieder.
Die Gegensätze reichen tief in die Traditionen. Schon 1783 schrieb Matthias Claudius die Worte "Wer reiset, der hat was zu erzählen" – 130 Jahre vor der Gründung des 1. FSV Mainz 05. Heute könnten diese Geschichten von Grenzkontrollen, Fanquoten oder dem Kampf um Straßenraum handeln. Bis 2026 wird Deutschland strengere Einreisebestimmungen für Besucher aus Nachbarländern einführen. Auch im Fußball bleiben die Unterschiede bestehen: Frankreich setzt auf flexible Spielplanung, Deutschland auf feste Fanquoten und Investorengrenzen. Die Differenzen gehen über Grenzen hinaus und prägen, wie Städte und Vereine zu beiden Seiten des Rheins agieren.






