GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – aber lobt Pallas Reformen
Francesco SchenkGDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – aber lobt Pallas Reformen
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihr finanzielles Missmanagement und ihre undurchsichtige Konzernstruktur kritisiert. Die internen Systeme des Unternehmens bezeichnete er als "Geldwäschemaschine" – gleichzeitig unterstützte er jedoch die jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen von Vorstandschefin Evelyn Palla.
Reißen warf der DB vor, mit rund 600 Tochtergesellschaften zu operieren, eine Struktur, die seiner Ansicht nach Geldflüsse verschleiere und Steuergelder verschwende. Die frühere Führung unter Richard Lutz habe zwar immer wieder Versprechen gemacht, aber nie konsequent gehandelt, so Reißen. Pallas Vorgehen hingegen finde seine Zustimmung – insbesondere ihre Entscheidung, die Größe der obersten Führungsebene zu halbieren, um die Effizienz zu steigern.
Auch die Entlassung von Managerinnen wie Sigrid Nikutta und Karin Dohm durch Palla begrüßte Reißen als Zeichen starker Führung. Allerdings stellte er infrage, warum Dohm überhaupt zur Finanzchefin ernannt worden sei, und bezeichnete sie als unqualifiziert. Ihre Berufung werde voraussichtlich zu weiteren Konflikten und unnötigen Kosten für die Steuerzahler führen, warnte er.
Für die Zukunft forderte Reißen von Palla, sich auf praktische, kleinteilige Verbesserungen im Schienensystem zu konzentrieren. Neue Züge und moderne Technik sollten dazu beitragen, den Fernverkehr zu stabilisieren und künftige Krisen zu verhindern.
Reißens Äußerungen unterstreichen die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der finanziellen Transparenz und der Führungsentscheidungen der DB. Zwar unterstützt er Pallas Reformkurs, bleibt aber skeptisch, ob das Unternehmen ohne weitere Kontroversen wirklich reformiert werden kann. Die Kritik des Gewerkschaftschefs erhöht zudem den Druck auf die Bahn, ihre Ausgaben und Personalentscheidungen zu rechtfertigen.






