Ex-R21-Stratege Nils Hesse wechselt ins Wirtschaftsministerium – und löst Debatten aus
Francesco SchenkEx-R21-Stratege Nils Hesse wechselt ins Wirtschaftsministerium – und löst Debatten aus
Nils Hesse, eine führende Persönlichkeit des konservativen Thinktanks Republik 21 (R21), hat eine neue Position im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz übernommen. Er leitet dort nun die Abteilung „Reden und Strategische Kommunikation“ unter Ministerin Katharina Reiche (CDU). Der Wechsel erfolgt zu einer Zeit, in der die Aktivitäten von R21 und dessen Anspruch auf öffentliche Förderung zunehmend kritisch hinterfragt werden.
Der Thinktank wurde 2021 in München gegründet und genießt als gemeinnützige Organisation Steuerbefreiung. Zu seinem Vorstand zählen der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (CDU). R21 kann für seine Projekte Bundesmittel in Höhe von bis zu 500.000 Euro erhalten – unterstützt wird es dabei auch vom Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn.
Während seiner Tätigkeit bei R21 übt Hesse wiederholt scharfe Kritik an der deutschen Energiewende. Seine Arbeit sorgte zwar für Aufmerksamkeit, doch Fachleute stellten später drei seiner Publikationen infrage: Diese dienten demnach nicht dem Gemeinwohl und erfüllten nicht die Anforderungen an eine gemeinnützige Organisation. Kritiker werfen R21 zudem vor, mit einer klaren parteipolitischen Ausrichtung zu agieren – was den Ausschluss von staatlichen Zuwendungen zur Folge haben könnte.
2026 unterstrich ein Rechtsgutachten „ernsthafte verfassungsrechtliche Bedenken“ gegen die Förderung von R21 durch den Staat. Die Organisation agiere in der Praxis wie eine politische Partei. Trotz seines neuen Amts im Ministerium wird Hesse auf der Website von R21 weiterhin als „Experte“ geführt.
Seine Berufung in das Ministerium wirft nun Fragen nach möglichen Interessenkonflikten auf. Die rechtlichen und ethischen Debatten um die Finanzierung des Thinktanks und dessen politische Verknüpfungen dauern an. Ungewiss bleibt, ob R21 künftig weiterhin Zugang zu öffentlichen Geldern haben wird.






