Evonik erhöht Methionin-Preise und setzt auf nachhaltige Innovationen für mehr Profitabilität
Hans-Jürgen ZirmeEvonik erhöht Methionin-Preise und setzt auf nachhaltige Innovationen für mehr Profitabilität
Evonik stärkt Finanzlage und passt sich Marktveränderungen an
Der Chemiekonzern Evonik hat Maßnahmen ergriffen, um seine finanzielle Position zu festigen und sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Das Unternehmen erhöhte kürzlich die Preise für ein Schlüsselerzeugnis und führte eine umweltfreundliche Neuentwicklung ein. Investoren reagierten positiv – der Aktienkurs stieg angesichts von Lieferengpässen im Futtermittelsektor.
Evonik kündigte eine globale Preiserhöhung von 10 % für Methionin an, das unter der Marke MetAMINO® vertrieben wird. Damit kehrt das Unternehmen den bisherigen Trend sinkender Preise um, der auf Versorgungsengpässe aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten folgte. Methionin, eine essentielle Aminosäure in Tierfutter, hatte sich zwischen 2024 und Anfang 2026 preislich stabil zwischen 2.500 und 3.000 US-Dollar pro Tonne bewegt – trotz eines jährlichen Produktionswachstums von 5–7 %, getrieben durch die steigende Nachfrage in der Geflügel- und Schweinezucht.
Durch die Preisanhebung in Kombination mit stabilen Energiepreisen dürften sich die EBITDA-Margen in Evoniks Futtermittelsparte verbessern. Am 8. Mai 2026 wird das Unternehmen seinen Quartalsbericht für das erste Quartal vorlegen, in dem die finanziellen Auswirkungen dieser Maßnahmen sowie die Fortschritte bei der Schließung der Lücke bei der Kapitalrendite (ROCE) dargelegt werden. 2025 lag die ROCE bei 6,1 % und damit unter dem mittelfristigen Ziel von 11 %.
Zudem brachte Evonik eine PFAS-freie Anti-Graffiti-Lösung auf den Markt und passte damit sein Portfolio an Spezialchemikalien an die verschärften Umweltvorschriften in Europa und Nordamerika an. Unterdessen meldete die Investmentbank Goldman Sachs eine Stimmrechtsmitteilung an – ein Zeichen für das anhaltende Interesse institutioneller Anleger. Der Aktienkurs des Konzerns stieg infolgedessen, und die Aktionäre erhalten für 2025 eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie. Ab 2026 wird Evonik eine neue Ausschüttungsquote von 40 % bis 60 % des bereinigten Nettoergebnisses einführen.
Für 2026 bestätigte das Unternehmen seine EBITDA-Prognose von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro und signalisiert damit Vertrauen in die Wirksamkeit seiner strategischen Anpassungen.
Die Preiserhöhung für Methionin und die Einführung des PFAS-freien Produkts unterstreichen Evoniks Bemühungen, sich an Markt- und Regulierungsänderungen anzupassen. Mit einer klareren finanziellen Perspektive und anhaltendem Investoreninteresse strebt das Unternehmen eine Steigerung der Profitabilität und die Erreichung seiner langfristigen ROCE-Ziele an.






