07 May 2026, 14:15

"Deutschland steuert auf die Wand zu" – Tunnelbohr-Pionier schlägt Alarm

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines zerfallenden Tunnels in den Ruinen der Berliner Mauer, mit Schutt auf dem Boden und einem Licht am Ende.

"Deutschland steuert auf die Wand zu" – Tunnelbohr-Pionier schlägt Alarm

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, warnt in drastischen Worten vor der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands. Der Tunnelbohrspezialist erklärt, das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen umgesetzt würden. Seine Kritik richtet sich gegen überbordende Bürokratie, die Ansprüchlichkeit junger Fachkräfte und die schleppende Umsetzung von Infrastrukturprojekten.

Herrenknecht, dessen Unternehmen den weltweiten Markt für Tunnelvortriebsmaschinen dominiert, nannte die lähmende Regulierungsflut in Deutschland als zentrales Hindernis. Unter den heutigen Bedingungen, so gestand er, könnte er sein eigenes Unternehmen nicht mehr gründen. Während ein geplanter Logistikstandort in Baden-Württemberg seit dreieinhalb Jahren im Genehmigungsverfahren feststeckt, erhielt ein vergleichbares Projekt in Chennai, Indien, bereits nach nur drei Monaten grünes Licht.

Auch an hochqualifizierten Berufseinsteigern ließ der Unternehmer kein gutes Haar: Er kritisierte deren Forderungen nach Sabbaticals, Homeoffice-Regelungen und flexiblen Elternzeitmodellen. Solche Erwartungshaltungen, so Herrenknecht, gefährdeten die Produktivität am Arbeitsplatz. Die in Schwanau ansässige Herrenknecht AG beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeiter und war an prestigeträchtigen europäischen Großprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt.

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Deutschland befinde sich in einem „Dornröschen-Schlaf“, warnte der CEO, und forderte rasches Handeln, um den weiteren Niedergang abzuwenden. Der Erfolg seines Unternehmens stehe dabei in krassem Gegensatz zu seiner düsteren Einschätzung der hiesigen Wirtschafts- und Regulierungspolitik.

Herrenknechts Mahnungen spiegeln tiefe Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wider. Angesichts jahrelanger Verzögerungen bei Infrastrukturvorhaben und einer erstickenden Bürokratie, die Unternehmen ausbremst, betont er die Dringlichkeit von Reformen. Seine Aussagen unterstreichen die weitverbreitete Angst, das Land könne den Anschluss an die Anforderungen der modernen Wirtschaft verlieren.

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