Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Knödelwerfer und Pumuckl-Figuren aus
Conrad PechelWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Knödelwerfer und Pumuckl-Figuren aus
Mehrere bayerische Städte ersetzen klassische Fußgängerampeln durch kulturell inspirierte Designs
Die Initiative soll den regionalen Stolz unterstreichen und Alltagssituationen wie das Überqueren von Straßen mit einer kreativen Note versehen. Doch nicht alle Behörden unterstützen das Vorhaben – Befürworter verweisen auf Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit und der klaren Erkennbarkeit der Signale.
Den Anfang machte Berlins kultiges Ampelmännchen, doch mittlerweile haben mindestens neun deutsche Städte eigene Varianten eingeführt. In Deggendorf wartet man etwa auf ein Signal, das eine Frau zeigt, die einen Knödel wirft. München setzt auf drei Figuren des Pumuckl, während Straubing den lokalen Mönch Bruder Straubinger abbildet. Dachaus Ampeln zeigen Personen in traditioneller bayerischer Tracht – die Schablonen kosten 300 Euro, hinzu kommt das Honorar des Designers.
Die Augsburger Kasperl-Ampel benötigte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben. Hof hingegen scheiterte zunächst mit seinem Entwurf des Wärschtlamo, eines Würstchenverkäufers, an Sicherheitsbedenken – mittlerweile wurde das Design jedoch doch genehmigt. Auch außerhalb Bayerns setzen Städte wie Saarbrücken, Trier und Hameln auf kulturelle Motive, darunter Karl-Marx-Figuren oder die Silhouette des Rattenfängers.
Das bayerische Innenministerium steht den kreativen Ampeln jedoch kritisch gegenüber und betont, dass standardisierte Signale eine bessere Wiedererkennung und mehr Sicherheit gewährleisten. Dennoch sehen Unterstützer in den thematischen Lösungen eine spielerische Möglichkeit, lokale Identität zu feiern.
Die individuellen Ampeln sind bereits in mehreren Städten in Betrieb, weitere sollen bis 2026 folgen. Hamburg plant die Einführung von Ernie und Bert aus der Sesamstraße, während Nürnberg bereits Albrecht Dürers Feldhase zeigt. Die Kampagne wächst weiter – zwischen kreativem Ausdruck und regulatorischen Vorgaben.






