Antifaschistische Kundgebung in Berlin entlarvt rechtsextreme Plattform Nius als Hetzmaschine
Francesco SchenkAntifaschistische Kundgebung in Berlin entlarvt rechtsextreme Plattform Nius als Hetzmaschine
Antifaschistische Aktivist:innen veranstalten gut besuchte Kundgebung in Berlin gegen das rechtsextreme Portal "Nius"
In Berlin haben antifaschistische Aktivist:innen eine gut besuchte Veranstaltung organisiert, um die rechtsextreme Medienplattform Nius zu entlarven, der vorgeworfen wird, gezielt Propaganda zu verbreiten. Die Veranstalter:innen hatten mit möglichen Störungen gerechnet, füllten jedoch einen Saal in Kreuzberg mit rund 250 Menschen bis auf den letzten Platz. Im Mittelpunkt stand die Aufklärung über die Rolle von Nius bei der Verbreitung extremistischer Rhetorik und der gezielten Online-Hetze gegen Einzelpersonen.
Die Kundgebung fand in der Nähe des Dragonerareal-Komplexes in Kreuzberg statt, wo zusätzlich eine Demonstration vor den Büros von Nius in der Ritterstraße geplant war. Es hatte Befürchtungen gegeben, dass Provokateur:innen – darunter auch Mitarbeiter:innen von Nius – versuchen könnten, die Veranstaltung zu stören. Trotz dieser Sorgen verlief der Abend jedoch ohne Zwischenfälle.
Redner:innen kritisierten Nius als "digitalen Pranger", der sich als Journalismus tarne, während er gezielt Klischees verbreite und marginalisierte Gruppen angreife. Sie verwiesen auf die bewusste Strategie der Plattform, unter der Leitung von Chefredakteur Julian Reichelt die öffentliche Debatte weiter nach rechts zu verschieben. Teilnehmer:innen berichteten von massiven Angriffen gegen von Nius ins Visier Genommene – darunter hasserfüllte Beleidigungen, Vergewaltigungs- und Todesdrohungen.
Nius hatte die Veranstaltung im Vorfeld aggressiv beworben und die Initiative "Nein zu Nius" als "linksextrem" und steuerfinanziert darzustellen versucht. Dennoch bleibt der Einfluss der Plattform begrenzt: Sie zählt nicht zu den 100 meistgenutzten Online-Medien in Deutschland und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Hinter Nius steht der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Führungspitze pflegt.
Die Veranstaltung endete friedlich, wobei Veranstalter:innen und Teilnehmer:innen ihren Widerstand gegen die Methoden von Nius bekräftigten. Die Plattform steht weiterhin in der Kritik, rechtsextreme Diskurse zu befeuern und ihre Ziele massiver Online-Hetze auszusetzen. Angesichts ihrer finanziellen Probleme und geringen Reichweite wirkt ihr Einfluss auf die Polarisierung der öffentlichen Debatte umso auffälliger.






