26 April 2026, 12:16

12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise in Deutschland nach oben – Studie zeigt unerwartete Folgen

Diagramm, das die Kraftstoffpreise in den Vereinigten Staaten mit zwei Linien darstellt, die den Preisverlauf darstellen, eine abnehmend (blau) und eine zunehmend (grün), auf einem weißen Hintergrund.

12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise in Deutschland nach oben – Studie zeigt unerwartete Folgen

Neue 12-Stunden-Regel für Spritpreise treibt Benzinkosten in die Höhe

Die neue 12-Stunden-Regelung für die Anpassung der Kraftstoffpreise in Deutschland hat laut einer aktuellen Studie zu höheren Benzinkosten geführt. Die am 1. April eingeführte Maßnahme sollte eigentlich für stabilere Preise sorgen, hat jedoch stattdessen die Gewinnspannen bei Superbenzin um 6 Cent pro Liter steigen lassen. Forscher warnen, dass die Reform nach hinten losgegangen sein könnte – besonders in bestimmten Regionen und bei kleineren Tankstellenbetreibern.

Die Studie, die auf Daten des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe (MTS-K) basiert, verglich die Preise in den 14 Tagen vor und nach Inkrafttreten der Regel. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Gewinnmargen bei Benzin deutlich stiegen, insbesondere im Vergleich zu den EU-Nachbarländern. Kritiker hatten bereits im Vorfeld befürchtet, dass die an ein österreichisches Modell angelehnte Politik zu vorsorglichen Preiserhöhungen führen könnte.

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Süddeutschland besonders betroffen – kleine Tankstellen mit größten Aufschlägen

Am stärksten waren die Preisanstiege in Süddeutschland zu spüren, wo kleinere Ketten und unabhängige Tankstellen die höchsten Margensteigerungen verzeichneten. Große Tankstellenketten verzeichneten dagegen nur moderate Erhöhungen. Justus Haucap, Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE), betonte, dass die Auswirkungen der Reform stark variierten – je nach lokaler Konkurrenz und Marktstruktur.

Bei Dieselpreisen war hingegen kein klarer Trend erkennbar. Jacob Schildknecht, Mitautor der Studie vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), erklärte, dass die Diesel-Margen zu stark schwankten, um eine eindeutige Erhöhung nachzuweisen – auch wenn es Anzeichen für einen Effekt gebe. Leona Jung, eine weitere Autorin der Studie, kam zu dem Schluss, dass die Reform ihr Ziel, die Spritkosten zu senken, bisher verfehlt habe. Stattdessen seien die Benzingewinne deutlich gestiegen.

Reform verfehlt Ziel der Preisdämpfung – ungleiche Auswirkungen auf dem Markt

Bisher hat die 12-Stunden-Regel vor allem die Gewinnspannen bei Benzin in die Höhe getrieben, besonders in Süddeutschland und bei unabhängigen Tankstellen. Während die Entwicklung bei Dieselpreisen unklar bleibt, zeigt die Studie, dass die Reform unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Marktsegmente hat. Die Ergebnisse werfen die Frage auf, ob die Maßnahme ihr eigentliches Ziel – stabile und niedrigere Spritpreise für Verbraucher – überhaupt erreichen wird.

Quelle