Wehrpflicht kehrt zurück: Was junge Männer in Deutschland jetzt erwartet
Diethelm WeißWehrpflicht kehrt zurück: Was junge Männer in Deutschland jetzt erwartet
Deutschland hat die allgemeine Wehrpflicht für Männer wieder eingeführt, die 2008 oder später geboren wurden. Die erste betroffene Gruppe muss nun einen Online-Fragebogen ausfüllen, um ihre Eignung zu prüfen. Zwei 16-Jährige, Moritz Gericke und Nico Freudensprung, haben bereits Zweifel geäußert, ob sie zur Bundeswehr wollen.
Das neue System verlangt von allen wehrpflichtigen Männern, ein digitales Formular auszufüllen, das ihre Motivation und körperliche Fitness bewertet. Je nach Antworten könnten einige zu persönlichen Eignungstests eingeladen werden. Die Wehrpflicht wird jedoch nur dann verbindlich, wenn die Bundeswehr ihre Rekrutierungsziele nicht auf anderem Wege erreicht.
Die Bundeswehr strebt an, ihre Truppe auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten zu vergrößern, unterstützt von 200.000 Reservisten. Trotz dieser Bemühungen zeigen viele junge Männer wie Gericke und Freudensprung wenig Interesse am Wehrdienst. Die meisten ihrer Altersgenossen teilen diese Zurückhaltung.
Freudensprung räumte ein, dass die Grundausbildung durchaus spannend sein könnte, stellte aber infrage, ob das Risiko den Einsatz wert sei. Er schlug vor, dass eine bessere Bezahlung den Dienst attraktiver machen würde. Unterdessen hat sich einer ihrer Freunde bereits freiwillig für die Grundausbildung bei den Gebirgsjägern, der Eliteeinheit der Berginfanterie, gemeldet.
Die Wiedereinführung der Wehrpflicht markiert einen bedeutenden Wandel in der deutschen Verteidigungspolitik. Die im Jahr 2008 geborenen jungen Männer werden die Ersten sein, die sich in diesem neuen System zurechtfinden müssen. Ihre Antworten im Fragebogen entscheiden darüber, ob weitere Überprüfungen – oder letztlich der Wehrdienst – auf sie zukommen.






