26 March 2026, 06:15

Volksbühne eröffnet mit radikalem Peer Gynt eine Ära des Abschieds

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Volksbühne eröffnet mit radikalem Peer Gynt eine Ära des Abschieds

Die neue Spielzeit der Volksbühne wird mit einer mutigen Inszenierung von Peer Gynt eröffnet – dem letzten Zwischenprojekt des Künstlerduos Vegard Vinge und Ida Müller. Ursprünglich als 24-Stunden-Marathon über drei Tage geplant, wurde die Aufführung aus Sicherheits- und logistischen Gründen auf acht Stunden gekürzt. Müllers aufwendige Bühnenbilder für die Produktion brachten ihr bereits den renommierten Hein-Heckroth-Preis ein.

Die Amtszeit von Vinge und Müller an der Volksbühne war von Experimentierfreude und Kontroversen geprägt. Einmal sperrten sie das Publikum sogar aus dem Theater aus, bis es zurückkehrte – eine ungewöhnliche Dynamik zwischen Darstellern und Zuschauern. Zu ihren früheren Projekten gehörte die Einrichtung eines temporären Spielorts in Berlin-Reinickendorf mit einem Mix aus unterschiedlichen Aufführungen.

Die Idee, das Duo als feste Leitung zu berufen, entstand nach dem Tod von René Pollesch, dem ehemaligen Intendanten des Hauses. Doch nicht alle unterstützten den Vorschlag. Letztlich führten Kürzungen im Berliner Kulturbudget dazu, dass Vinge und Müller von der Position zurücktraten. Ab 2026 wird Matthias Lilienthal die Intendanz übernehmen.

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Bei Peer Gynt beginnt das Erlebnis bereits im Foyer und nicht erst auf der Bühne. Die Premiere dauerte bis 2 Uhr morgens, umfasste aber nur den ersten Akt und einen Ausschnitt des zweiten. Trotz der verkürzten Spieldauer bleibt die Inszenierung eine Ausdauerprobe für Ensemble und Publikum gleichermaßen.

Mit Peer Gynt beendet das Duo seine interimistische Spielzeit und hinterlässt ein Erbe unkonventionellen Theaters. Die auf acht Stunden reduzierte Fassung zeigt die praktischen Grenzen einer so ambitionierten Produktion auf. Lilienthals bevorstehende Leitung wird ein neues Kapitel für die Volksbühne einläuten – nach einer Phase, die von künstlerischem Wagnis und finanziellen Herausforderungen geprägt war.

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