"Vengeance" enthüllt den brutalen "Honeytrap"-Mord an Gagandip Singh auf Channel 4
Francesco Schenk"Vengeance" enthüllt den brutalen "Honeytrap"-Mord an Gagandip Singh auf Channel 4
„Vengeance: Mord in der Heide“ – Neues Channel-4-Drama über einen realen „Honeytrap“-Mord
Dieser Sonntagabend bringt mit Vengeance: Mord in der Heide ein neues Drama auf Channel 4. Unter der Regie der BAFTA-prämierten Filmemacherin Aysha Rafaele erzählt die Serie die wahre Geschichte des „Honeytrap“-Mords an dem sikhistischen TV-Manager Gagandip Singh. Das Projekt unterstreicht Rafaeles Engagement für authentischere Repräsentation auf dem Bildschirm – ein Thema, das sie seit Jahren vorantreibt.
Die vierteilige Serie erscheint ein Jahrzehnt nach dem BBC-Drama Mein Vater, der Mörder, das zwar Kritikerlob erntete, nach Rafaeles Einschätzung aber keine nachhaltige Veränderung für schwarze und britisch-asiatische Talente bewirkte. Gemeinsam mit ihrem kreativen Partner Joseph Bullman hat Rafaele Vengeance nicht nur inszeniert, sondern auch das Drehbuch verfasst und produziert. Statt sich an klassische Drama-Redaktionen zu wenden, setzen die beiden auf direkte Pitches an Dokumentationsteams – eine Strategie, die ihnen mehr künstlerische Freiheit und schnellere Umsetzungen ermöglicht.
Im Cast sind unter anderem Asim Chaudhry (Industry) und Laila Rouass zu sehen. Rafaele setzt bewusst auf aufstrebende Nachwuchstalente. Trotz begrenzter Budgets ist sie überzeugt, dass ihre Erfahrung starkes Storytelling garantiert. Im Mittelpunkt steht der Mord an Gagandip Singh, ein Fall, der nach Rafaeles Ansicht wenig bekannte Facetten der sikhistischen Community in Großbritannien beleuchtet.
Kritisch äußert sich Rafaele über die stockende Entwicklung bei der Vielfalt auf dem Bildschirm – trotz des BAFTA-Erfolgs von Adeel Akhtar für Mein Vater, der Mörder 2017. Schwarze und Brown Darsteller*innen würden nach wie vor oft in Rollen weißer Mittelschicht besetzt, während asiatische Charaktere häufig in Klischees verharren: Frauen als passiv, Männer als „Bravheitshelden“. Ihre Frustration ist spürbar: Trotz einzelner Erfolge sehe sie kaum echten Wandel.
Channel 4 hat bereits zwei weitere Projekte Rafaeles grünes Licht gegeben, darunter Dirty Business, über seine Unscripted-Abteilungen. Die Filmemacherin beobachtet eine wachsende Faszination des Publikums für düstere, psychologisch dichte Geschichten – etwa in Serien wie Adolescence oder Believe Me. Vengeance knüpft an diesen Trend an, bietet aber zugleich eine seltene Perspektive auf eine Community, die im britischen Drama kaum vorkommt.
Vengeance: Mord in der Heide feiert am Sonntag auf Channel 4 Premiere. Das Drama bringt eine reale Geschichte aus der sikhistischen Gemeinschaft einem breiten Publikum näher – und stellt dabei gängige Branchenstandards infrage. Rafaeles Arbeit bleibt ein Plädoyer für authentischere Repräsentation, auch wenn sie die mangelnden Fortschritte seit vergangenen Meilensteinen kritisch sieht.






