09 May 2026, 22:11

Venedigs Biennale 2025 startet mit Boykott-Drama und neuem Publikumspreis

Plakat für Imre Kiralfys Super-Spektakel in Venedig, das kostümierte Künstler vor einem gebogenen und säulenartigen Gebäude mit Laternen und Bäumen im Hintergrund zeigt.

Venedigs Biennale 2025 startet mit Boykott-Drama und neuem Publikumspreis

Die 61. Biennale von Venedig hat mit einem mutigen Thema und neuen Kontroversen für das Publikum geöffnet

Unter dem Titel „In Moll“ präsentiert die Veranstaltung 100 nationale Pavillons und 111 Künstler:innen. Doch die diesjährige Ausgabe steht bereits im Zeichen der Zerrissenheit: Eine internationale Jury hatte kurz zuvor einen Boykott gegen zwei teilnehmende Länder angekündigt.

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Die Biennale startete mit 31 Begleitveranstaltungen in ganz Venedig. Zu den nationalen Beiträgen zählt Israels Pavillon mit „Rose of Nothingness“ des Künstlers Belu-Simion Fainaru. Russland zeigt „Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel“ mit Werken von rund 40 Künstler:innen. Portugals Beitrag, „RedSkyFalls“ von Alexandre Estrela, ist im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen. Die lusophone Welt ist zudem mit Pavillons aus Brasilien und Osttimor vertreten.

Noch vor der Eröffnung hatte die Jury erklärt, Länder auszuschließen, deren Regierungen sich Vorwürfen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgesetzt sehen – eine Entscheidung, die sich direkt gegen Israel und Russland richtete. Alle fünf Jurymitglieder traten daraufhin zurück, woraufhin die Organisatoren die Verleihung der Goldenen Löwen verschieben mussten. Als Reaktion führte die Biennale die „Besucher-Löwen“ ein, eine öffentliche Abstimmung über alternative Preise.

Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten den Boykott ab und betonten die institutionelle Neutralität der Veranstaltung. Trotz der Turbulenzen soll die Preisverleihung nun am 22. November 2025 stattfinden.

Die 61. Biennale von Venedig läuft trotz des Jurystreits und der Rücktritte weiter. Über die „Besucher-Löwen“ entscheidet das Publikum, während die offiziellen Träger der Goldenen Löwen noch ausstehen. Künftige Ausgaben könnten vor dem Hintergrund politischer Teilhabe und künstlerischer Unabhängigkeit noch stärker unter die Lupe genommen werden.

Quelle