Urteil gegen Gruppe steht bevor: Schwule Männer über Dating-Apps in Fallen gelockt
Francesco SchenkUrteil gegen Gruppe steht bevor: Schwule Männer über Dating-Apps in Fallen gelockt
Vor dem Frankfurter (Oder) Landgericht neigt sich ein Prozess gegen sechs Angeklagte dem Ende entgegen, die beschuldigt werden, über Dating-Apps gezielt schwule Männer ins Visier genommen zu haben. Die Verkündung des Urteils erfolgt am Dienstag um 9:00 Uhr. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht eine Serie gewalttätiger Raubüberfälle, die sich über mehrere Monate hinzog.
Den Angeklagten – drei junge Erwachsene und drei Jugendliche – wird schwere räuberische Erpressung vorgeworfen. Ermittler schlossen Verbindungen zur organisierten Kriminalität oder politische Motive hinter den Taten aus. Die Gruppe soll demnach gefälschte Profile in Dating-Apps angelegt haben, um Opfer an abgelegene Orte zu locken. Dort wurden die Männer dann überfallen, beraubt und mit homophoben Beleidigungen drangsaliert. Laut Staatsanwaltschaft dokumentierten die Angeklagten ihre Angriffe systematisch, möglicherweise um die Opfer einzuschüchtern oder zu erpressen.
Wegen des jugendlichen Alters einiger Beschuldigter fanden große Teile der Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Urteilsverkündung erfolgt jedoch in einer öffentlichen Sitzung, sodass die Entscheidung des Gerichts für alle zugänglich sein wird.
Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf eine größere Verschwörung oder ideologische Beweggründe. Die Taten scheinen vielmehr aus spontaner Bereicherung statt aus organisierter Planung oder extremistischem Gedankengut entstanden zu sein. Das Urteil wird über die rechtlichen Konsequenzen für die sechs Angeklagten entscheiden. Bei einer Verurteilung drohen ihnen wegen der brutalen und gezielten Vorgehensweise erhebliche Strafen. Die Verkündung ist für Dienstagmorgen in Frankfurt (Oder) angesetzt.






