Trierer Forscher entwickeln CO₂-freien Zement aus Industrieabfällen und Ton
Diethelm WeißTrierer Forscher entwickeln CO₂-freien Zement aus Industrieabfällen und Ton
Ein Forschungsteam der Universität Trier entwickelt eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Zement. Das Projekt zielt darauf ab, CO₂-Emissionen zu reduzieren, indem industrieller Abfall und tonhaltige Materialien genutzt werden. Die Finanzierung stammt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), unterstützt durch regionale Partner.
Die Bauindustrie setzt derzeit auf Portlandzement, der etwa acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen verursacht. Die Trierer Forscherinnen und Forscher erkunden nun Geopolymerzement als umweltfreundlichere Lösung. Dieses neue Material erfordert niedrigere Brenntemperaturen und setzt bei der Herstellung kein CO₂ frei.
Das Team testet Rezepturen aus bisher kaum genutzten Bergbauabfällen und industriellen Nebenprodukten, darunter tonreiche Schlämme und Siliziumdioxid-Staub aus der Region. Durch die Mischung von Ton mit alkalischen Lösungen oder Wasserglas entsteht ein langlebiger Bindemittelersatz für Zement.
Geopolymerzement bietet mehrere praktische Vorteile: Er ist säure- und hitzebeständiger als herkömmlicher Zement, bleibt flexibel und verfügt über eine glatte, glänzende Oberfläche. Mögliche Anwendungen reichen von Rohren und Wannen über hitzebeständige Ziegel und Schutzbeschichtungen bis hin zu Metallersatzstoffen.
In den nächsten zwei Jahren werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Materialien als tragfähige Bindemittel bewerten. Ziel ist es, herkömmlichen Zement in verschiedenen Bauanwendungen zu ersetzen – etwa bei Schornsteinen, Öfen oder Lehmbauprojekten.
Das Projekt könnte die Umweltbelastung durch die Zementproduktion deutlich verringern. Bei Erfolg könnte Geopolymerzement zum Standardmaterial in der Bauindustrie werden. Tests und Weiterentwicklung laufen mit Unterstützung der DBU und regionaler Kooperationspartner.






