Tarifstreit in Rheinland-Pfalz: Verdi wirft koveb Vertragsbruch vor
Francesco SchenkTarifstreit in Rheinland-Pfalz: Verdi wirft koveb Vertragsbruch vor
In der privaten Verkehrsbranche von Rheinland-Pfalz ist ein Streit über Tarifverträge entbrannt. Der im Mittelpunkt stehende Flächentarifvertrag lief am 31. Dezember 2023 aus. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Verkehrsunternehmen koveb vor, das bestehende Abkommen bereits Wochen zuvor verletzt zu haben.
Am 17. November 2023 hatte Verdi erklärt, koveb habe gegen den Tarifvertrag verstoßen. Das Unternehmen hatte eine jährliche Prämie mit einem übertariflichen Treuebonus für die Beschäftigten verrechnet, wodurch Abzüge von bis zu 100 Prozent möglich waren. Später begrenzte koveb diese Anrechnung jedoch auf 25 Prozent, um die Mitarbeiter trotz finanzieller Belastungen zu entlasten.
Geschäftsführer Hansjörg Kunz betonte, koveb habe den Vertrag nach einer rechtlichen Prüfung korrekt umgesetzt. Bereits 2022 hatte das Unternehmen allen Beschäftigten – und nicht nur Verdi-Mitgliedern – eine Inflationsausgleichsprämie gewährt, die ursprünglich nur für Gewerkschaftsmitglieder vereinbart worden war. In diesem Jahr überstieg die Gesamtausschüttung an die Belegschaft sogar die Jahresprämie des auslaufenden VAV-Tarifvertrags.
Die erste Verhandlungsrunde für einen neuen Tarifvertrag ist für den 18. Dezember 2023 angesetzt. koveb hat zudem zusätzliche Leistungen angeboten, darunter tägliche Anwesenheitsprämien, jährliche Treuezahlungen, Zuschüsse für Verkehrsabos, Fahrrad-Leasing und betriebliche Altersvorsorge.
Der ausgelaufene Vertrag stellt beide Seiten vor eine schwierige Situation. koveb beharrt darauf, sich regelkonform verhalten und den Beschäftigten zusätzliche Unterstützung gewährt zu haben. Die anstehenden Verhandlungen werden über die künftige Lohn- und Leistungsgestaltung in der Branche entscheiden.






