"Take Back the Night" in Berlin: Tausende protestieren gegen Diskriminierung und Gewalt
Francesco Schenk"Take Back the Night" in Berlin: Tausende protestieren gegen Diskriminierung und Gewalt
Über 2.000 Menschen nahmen an der jährlichen "Take Back the Night"-Demonstration in Berlin-Kreuzberg am Vorabend des 1. Mai teil. Die Kundgebung, bekannt für ihre klare Haltung gegen Belästigung und Diskriminierung, zog eine spürbar angespannte Menge an, als die Teilnehmenden durch die Straßen zogen.
Die Demonstration startete am Kottbusser Damm und bewegte sich in Richtung Köpenicker Straße. Die Veranstalter*innen beendeten die Kundgebung etwa zehn Minuten früher als geplant – vermutlich aufgrund der zunehmenden Spannungen.
Die Polizei meldete vereinzelte Auseinandersetzungen, darunter das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und das Bewerfen von Beamten mit Gegenständen. Vier Fälle von Sachbeschädigung wurden registriert, betroffen waren sowohl Privatfahrzeuge als auch Polizeifahrzeuge. Eine Person wurde wegen Beleidigung eines Polizisten festgenommen.
Laut Polizeangaben nahmen insgesamt 2.600 Menschen teil. Gleichzeitig waren rund 1.800 Beamte in ganz Berlin im Einsatz – sowohl für die Veranstaltungen am Donnerstag als auch für die Walpurgisnacht. Die Demonstrantinnen machten ihre Position deutlich: "Es ist an der Zeit, unsere Wut zu kanalisieren und uns gegen rassistische, queerfeindliche und frauenverachtende Belästigung auf unseren Straßen zu wehren – sowie gegen die patriarchale Gesellschaft, die sie fördert. Wir weigern uns, uns anzupassen; stattdessen holen wir uns zurück, was uns rechtmäßig gehört."*
Die Kundgebung endete ohne größere Eskalation, doch die Stimmung blieb während der gesamten Veranstaltung angespannt. Die starke Polizeipräsenz spiegelte die Sorge vor möglichen Ausschreitungen wider. Die Demonstration markierte ein weiteres Jahr des widerständigen Protests gegen strukturelle Diskriminierung in der Stadt.






